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Gold: Bank of Korea kauft nach 13 Jahren

Südkoreas Notenbank erwirbt erstmals seit 13 Jahren Gold. Indien hortet trotz Rekordpreisen, während die Fed-Zinspause den Goldpreis stützt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Bank of Korea kauft wieder Gold
  • Indien hortet trotz Rekordpreisen
  • Fed-Zinspause treibt Goldpreis
  • Asiatische Nachfrage stützt den Markt

Gold pendelt am Dienstag zwischen 4.400 und 4.425 US-Dollar je Feinunze. Der Kurs gibt nach der starken August-Rallye leicht nach. Im Hintergrund verändert sich aber etwas Grundsätzliches: Südkoreas Notenbank kauft nach 13 Jahren Pause wieder physisches Gold.

Bank of Korea bricht ihr Schweigen

Berichten vom 18. August zufolge hat die Bank of Korea erstmals seit 13 Jahren wieder Gold erworben. Die Notenbank will damit ihre Währungsreserven breiter aufstellen. Marktbeobachter werten den Schritt als mögliche Trendwende — die BoK hatte selbst bei Rekordpreisen jahrelang nicht zugegriffen.

Auch private Anleger in Südkorea greifen zu. Am KRX Goldmarkt schoss das Handelsvolumen in der ersten Augusthälfte nach oben. Die Nettokäufe summierten sich auf rund 133 Milliarden Won.

Während einige westliche Fonds Gewinne mitnehmen, bauen asiatische Käufer ihre Positionen aus. Diese Verschiebung zeigt: Die Nachfrage wandert geografisch.

Indien hortet trotz Rekordpreisen

Noch ungewöhnlicher sind die Daten aus Indien, dem zweitgrößten Goldkonsumenten der Welt. Normalerweise verkaufen Haushalte bei hohen Preisen ihr Altgold. Diesmal nicht.

Das Angebot an recyceltem Gold fiel im zweiten Quartal 2026 auf 19 Tonnen. Das ist der niedrigste Wert seit elf Quartalen. Analysen von J. Rotbart & Co. zeigen den Grund: Indische Haushalte verpfänden ihr Gold lieber, statt es zu verkaufen.

Der Preis liegt rund 60 Prozent über dem Vorjahresniveau. Trotzdem kauften die Inder im zweiten Quartal 131 Tonnen physisches Gold. Die Ausgaben dafür erreichten mit etwa 21 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert.

Das Verhalten bricht mit der üblichen Marktlogik. Wenn Angebot fehlt, obwohl der Preis Anreize zum Verkauf setzt, stützt das den Markt von unten.

Nahost-Konflikt und Fed sorgen für Nervosität

Die Straße von Hormuz bleibt ein Risikofaktor. Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine Wiedereröffnung stocken weiterhin. Die Blockade hält den Ölpreis erhöht — Brent notiert bei etwa 89 bis 91 US-Dollar. Das schürt Inflationsängste und stärkt Golds Rolle als Absicherung.

Am Devisenmarkt sorgt zeitgleich der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh für Bewegung. Nach schwachen Arbeitsmarktdaten für Juli — die Stellenbesetzungen sanken überraschend um 23.000 — rechnen Märkte nun stärker mit einer Zinspause bei der Sitzung am 16. September. Ein schwächerer Dollar trieb den Goldpreis zuletzt bis an die Widerstandszone von 4.500 US-Dollar, bevor die aktuelle Konsolidierung einsetzte.

Einordnung der Korrektur

Der Rückgang der vergangenen Tage wirkt wie eine normale Verschnaufpause. Der Kurs war im August so stark gestiegen wie zuletzt im Januar. Damals markierte Gold bei knapp unter 5.600 US-Dollar sein Rekordhoch, im Juni folgte eine Korrektur auf fast 4.000 US-Dollar.

Aktuell liegt der Kurs rund 21 Prozent unter diesem Hoch, aber 33 Prozent über dem Tief vom vergangenen August. Der RSI von rund 60 zeigt: Von einer Überhitzung ist der Markt derzeit weit entfernt.

Für den weiteren Dienstagshandel richten sich die Blicke auf die US-Börsenöffnung. Dort könnten „Paper-Trader“ weitere Gewinne mitnehmen. Die physische Nachfrage aus Asien — getragen von neuen Zentralbankkäufern und dem knappen Recycling-Angebot in Indien — dürfte den Preis nach unten absichern.

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Diskussion zu Gold

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

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