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Gold: 863 Tonnen Zentralbank-Käufe stützen

Der Goldpreis fällt nach überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten deutlich. Zentralbanken kaufen trotzdem weiter Gold als Reserve.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldpreis fällt um über drei Prozent
  • US-Jobdaten zerstören Zinssenkungserwartungen
  • Wichtige charttechnische Marken durchbrochen
  • Notenbanken setzen weiter auf Goldreserven

Ein einziger Datenpunkt hat den Goldmarkt am Freitag durchgeschüttelt. Der US-Arbeitsmarktbericht für Mai lieferte mit 172.000 neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft fast das Doppelte der erwarteten 85.000 bis 88.000 Jobs — und zerstörte damit die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen der Federal Reserve.

Zinserwartungen auf dem Rückzug

Für Gold ist das eine toxische Kombination. Das Edelmetall wirft keine Zinsen ab, weshalb steigende Renditen bei US-Staatsanleihen regelmäßig Kapital aus dem Markt ziehen. Hinzu kamen Aufwärtsrevisionen bei den Vormonatswerten — die US-Wirtschaft zeigt sich robuster als von vielen erhofft. Der Goldpreis gab am Freitag um 3,33 Prozent nach und schloss bei 4.352,90 US-Dollar. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 4,75 Prozent.

Charttechnisch hat der Abverkauf Schaden angerichtet. Gold durchbrach sowohl die psychologisch wichtige Marke von 4.500 US-Dollar als auch den 200-Tage-Durchschnitt im Bereich von 4.380 bis 4.400 US-Dollar. Mit einem RSI von 34,4 nähert sich das Edelmetall überverkauftem Terrain — eine technische Gegenbewegung ist möglich, ändert aber nichts an der eingetrübten Ausgangslage.

Notenbanken kaufen weiter

Während Trader verkaufen, kaufen Zentralbanken. Ein am 2. Juni veröffentlichter EZB-Bericht zur internationalen Rolle des Euro zeigt: Gold hat US-Staatsanleihen als zweitwichtigstes Reservegut weltweit überholt. Ende 2025 entfielen 27 Prozent der globalen offiziellen Reserven auf Gold — US-Treasuries kamen nur noch auf 22 Prozent.

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Hinter diesem Strukturwandel steckt mehr als Preisentwicklung. Im Jahr 2025 kauften Notenbanken weltweit netto rund 863 Tonnen Gold. Polen, China und die Türkei zählten zu den aktivsten Käufern, allesamt mit dem Ziel, die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern. Dieser Trend dürfte kurzfristige Preisdellen strukturell abfedern.

Inflationsdaten als nächster Prüfstein

Am Mittwoch, den 10. Juni, veröffentlicht das US-Arbeitsministerium die Verbraucherpreise für Mai. Fallen die Inflationsdaten höher als erwartet aus, drohen weitere Abgaben in Richtung der Zone zwischen 4.100 und 4.280 US-Dollar. Eine Rückeroberung der Marke oberhalb von 4.500 US-Dollar wäre nötig, um das bärische Momentum zu brechen.

Wenige Tage später, am 16. und 17. Juni, trifft die Fed ihre nächste Zinsentscheidung. Angesichts des starken Arbeitsmarkts dürfte kaum jemand auf eine Überraschung nach unten hoffen — was den Druck auf Gold vorerst aufrechterhalten wird.

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