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Gold: 8,5 Prozent Verlust über 30 Tage

Hawkishe Fed-Signale und ein Ausverkauf bei Technologiewerten setzen den Goldpreis massiv unter Druck. Der Kurs fällt auf 4.140 Dollar.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gold fällt auf 4.140 Dollar
  • Fed-Signale deuten auf Zinserhöhung
  • SpaceX-Ausverkauf belastet Gesamtmarkt
  • Zentralbanken kaufen weiter Gold

Der Goldpreis kämpft an zwei Fronten. Eine hawkishe US-Notenbank und ein breiter Ausverkauf am Technologiemarkt belasten das Edelmetall am Dienstag spürbar — der Kurs fiel auf rund 4.140 Dollar je Unze, ein Tagesverlust von fast 1,7 Prozent.

Fed-Erwartungen dominieren

Die US-Inflation stieg im Mai 2026 auf 4,2 Prozent — den höchsten Stand seit April 2023. Treiber war ein Energiepreisanstieg von 23,5 Prozent infolge des Iran-Konflikts. Fed-Chef Kevin Warsh gilt als entschiedener Verfechter der Preisstabilität. Neun der 19 Notenbankmitglieder rechnen inzwischen mit mindestens einer Zinserhöhung in diesem Jahr.

Sowohl Deutsche Bank als auch BofA Global Research haben ihre Prognosen angepasst. Beide erwarten nun eine Zinserhöhung im September. Der PCE-Bericht — das bevorzugte Inflationsmaß der Fed — erscheint diese Woche und dürfte den Ton setzen.

In der Vorwoche hatte Gold die mittelfristige Abwärtstrendzone bei 4.357 bis 4.390 Dollar getestet. Die Bären hielten diese Zone. Seitdem fällt der Preis. Über 30 Tage liegt das Minus bei rund 8,5 Prozent; der RSI notiert mit 35 im überverkauften Bereich.

Tech-Korrektur verstärkt den Druck

Hinzu kommt Gegenwind vom Aktienmarkt. Die großen US-Index-Futures gaben am Dienstag kollektiv nach: Nasdaq-100-Futures verloren 2,70 Prozent, S&P-500-Futures 1,32 Prozent. Dieser Risikoabbau zieht auch Gold mit nach unten.

Ein wesentlicher Belastungsfaktor ist SpaceX. Die Aktie fiel am Montag um 16 Prozent — ein Ausverkauf, der nach der anfänglichen Kursrally nach dem Börsengang einsetzte. Auslöser war die Ankündigung, erstmals Investment-Grade-Anleihen zu begeben. Der Drei-Tage-Verlust summiert sich auf 23 Prozent; über 600 Milliarden Dollar an Marktwert wurden vernichtet.

Zentralbanken kaufen weiter

Das strukturelle Bild bleibt zweigespalten. Zentralbanken kauften im ersten Quartal 2026 netto 244 Tonnen Gold. China stockte seine Reserven 18 Monate in Folge auf. Diese Käufe sind kein taktisches Signal — sie spiegeln eine dauerhafte Diversifikation weg vom Dollar wider.

Private Investoren hingegen kauften im ersten Quartal 11 Prozent weniger als im Vorquartal. Die Nachfrage nach Goldbarren stieg zwar um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 397,7 Tonnen. ETF-Abflüsse und nachlassendes Anlegerinteresse dämpfen den Aufwärtsdruck aber spürbar.

Das Jahreshoch lag Ende Januar bei 5.626 Dollar. Seitdem hat Gold rund 26 Prozent verloren. Ob der PCE-Bericht am Freitag eine Wende bringt oder die September-Zinserhöhung weiter einpreist, entscheidet über die nächste Richtung.

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