Der US-Arbeitsmarkt schwächelt, die Fed steckt in der Zwickmühle. Gold profitiert davon deutlich: Der Goldpreis schloss am Freitag bei 4.401,40 Dollar pro Feinunze. Auf Wochensicht steht ein Plus von 7,39 Prozent – der stärkste Wochengewinn seit Januar.
Der Auslöser: enttäuschender Jobbericht
Auslöser war ein schwacher Beschäftigungsbericht aus den USA. Die Zahl der Stellen außerhalb der Landwirtschaft fiel im Juli um 23.000. Ökonomen hatten zuvor mit einem deutlichen Zuwachs gerechnet.
Die Terminmärkte reagierten sofort: Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September sank merklich. Schon am Donnerstag hatte sich die Wende angedeutet. Der Goldpreis überschritt erstmals seit dem 17. Juni die Marke von 4.300 Dollar.
Parallel dazu schwächten sich die ADP-Beschäftigungsdaten für Juli ab, während Verhandlungen über eine teilweise Wiedereröffnung der Straße von Hormus voranschritten.
September wird zum Schlüsselmonat
Die nächste Fed-Sitzung findet am 15. und 16. September 2026 statt. Dort veröffentlicht die Notenbank neue Wirtschaftsprojektionen und einen aktualisierten Dot Plot. Bis dahin liefern zwei Inflationsberichte wichtige Vorentscheidungen.
Das Bureau of Labor Statistics veröffentlicht die US-Inflationsdaten für Juli am 12. August 2026. Noch wichtiger wird der Bericht für August. Er erscheint am 11. September 2026 – nur fünf Tage vor der Fed-Entscheidung.
Dieser CPI-Bericht zählt zu den marktsensitivsten Datenpunkten des Herbstes.
Nachfrage bleibt zweigeteilt
Auch fundamental bleibt die Nachfrage nach Gold gespalten. Notenbanken kauften im ersten Quartal 2026 kräftig zu. Private ETF-Anleger zogen im selben Zeitraum eher Kapital ab.
Diese zweigeteilte Nachfragestruktur bleibt ein Beobachtungspunkt für die kommenden Wochen.
Charttechnik: erhöht, aber nicht überhitzt
Mit dem Sprung über 4.300 Dollar hat Gold einen seit Wochen bestehenden Widerstand überwunden. Der Relative-Stärke-Index steht bei 66,5 – erhöht, aber noch nicht im klassisch überkauften Bereich über 70. Das spricht für Spielraum nach oben, ohne dass der Trend bereits überhitzt wirkt.
Der am 12. August anstehende Bericht zu den Verbraucherpreisen für Juli wird zum ersten Test. Bestätigt er eine weitere Abkühlung der Inflation, dürfte das die Zinserhöhungserwartungen für September zusätzlich drücken – und Gold weiteren Spielraum nach oben verschaffen. Fällt die Teuerung dagegen hartnäckig hoch aus, gewinnt die Diskussion um eine straffere Geldpolitik schnell wieder an Fahrt.
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