Gold beendet die vergangene Woche mit einem Kursfeuerwerk. Der Schlusskurs von 4.399,80 US-Dollar markiert ein neues Mehrwochenhoch. Charttechniker sehen darin das mögliche Ende einer monatelangen Konsolidierungsphase.
Schwache US-Jobdaten als Auslöser
Der Auslöser liegt in Washington. Die US-Arbeitsmarktdaten für Juli enttäuschten deutlich. Außerhalb der Landwirtschaft sank die Beschäftigung um 23.000 Stellen. Volkswirte hatten zuvor mit einem Zuwachs gerechnet.
Besonders der kommunale Bildungssektor und der Einzelhandel schwächelten. Die Daten verschoben die Zinserwartungen an die US-Notenbank fundamental. Anleiherenditen fielen deutlich, der Dollar geriet unter Druck.
Gold wird in Dollar gehandelt und wirft keine Zinsen ab. Sinkende Zinserwartungen senken damit die Opportunitätskosten für Investoren. Das Ergebnis: ein Wochenplus von 7,35 Prozent – die stärkste Performance seit Januar 2026.
Charttechnik: Boden offenbar gefunden
Gold sprang über die Marken von 4.159 und 4.202 US-Dollar. Analysten werten den Ausbruch als Abschluss einer Bodenbildung. Zuvor fand der Kurs bei rund 3.960 US-Dollar eine stabile Basis.
Der Weg zurück zum Rekordhoch bleibt trotzdem weit. Im Januar 2026 erreichte Gold bei 5.586,20 US-Dollar ein Allzeithoch. Aktuell liegt der Kurs noch 21,24 Prozent darunter.
Institutionelle Häuser wie BCA Research sehen im aktuellen Niveau eine Kaufchance. Die Analysten gehen davon aus, dass der Anstieg der US-Realzinsen seinen Höhepunkt überschritten hat.
Gold korreliert historisch stark negativ mit den Realzinsen. Fällt der Druck von dieser Seite, entfällt einer der größten Belastungsfaktoren der vergangenen Monate.
Die Preisdynamik bestätigt das Bild. Der Kurs liegt inzwischen 5,41 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 4.173,95 US-Dollar. Der RSI von 66,4 signalisiert steigendes Momentum, ohne bereits überkauft zu wirken.
Wochenausblick: Widerstand bereits im Blick
Für die neue Handelswoche rückte die Marke von 4.381 US-Dollar in den Fokus. Der Freitagsschluss von 4.399,80 US-Dollar liegt bereits darüber.
Die nächste Hürde ist der 100-Tage-Durchschnitt bei 4.403,89 US-Dollar. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte eine Rallye bis in den Bereich von 4.500 bis 4.600 US-Dollar auslösen. Sollte die Dynamik nachlassen, gilt der Bereich um 4.202 US-Dollar als nächste Unterstützung.
Neben den US-Daten bleibt die geopolitische Lage im Blick. Die Situation im Nahen Osten wird von Marktteilnehmern genau beobachtet. Eine Eskalation könnte die Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen weiter befeuern.
Eine Entspannung am Ölmarkt hätte den gegenteiligen Effekt. Sie würde die Inflationserwartungen dämpfen und damit die Realzinsen stabilisieren.
Anleger richten den Blick zudem auf die Positionierung vor dem US-Feiertag Labor Day Anfang September. Erfahrungsgemäß prägt diese Phase die Handelsspanne im Spätsommer. Hält Gold die Marke von 4.381 US-Dollar, bleibt der Weg Richtung 4.500 US-Dollar offen.
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