Startseite » Marktberichte » Gold: 70 Prozent Zinserhöhungs-Wahrscheinlichkeit
Symbolbild, KI-generiert

Gold: 70 Prozent Zinserhöhungs-Wahrscheinlichkeit

Steigende Ölpreise und Zinserhöhungserwartungen belasten den Goldpreis stärker als die Eskalation im Nahen Osten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gold fällt auf 4.001 Dollar
  • Ölpreisanstieg schürt Inflationsängste
  • Fed-Zinserhöhung im September wahrscheinlicher
  • Chinas Zentralbank erhöht Goldreserven deutlich

Eigentlich müsste Krieg den Goldpreis treiben. Diesmal drückt er ihn nach unten. Der Grund: Die Eskalation zwischen den USA und dem Iran schürt Inflationsängste – und die wiegen schwerer als die Furcht vor Chaos im Nahen Osten.

Am Montag fiel Gold zeitweise auf 4.001,40 US-Dollar je Feinunze. Das war ein Minus von 2,90 Prozent gegenüber dem Vortag. Zum Handelsschluss stand die Feinunze bei 4.019,50 Dollar. Auf Wochensicht verliert Gold damit 2,37 Prozent, im Monatsvergleich sogar 7,19 Prozent.

Vierter Angriff auf Iran binnen einer Woche

Die USA griffen am Sonntag zum vierten Mal innerhalb einer Woche den Iran an. Der Angriff war eine Vergeltung für einen iranischen Angriff auf ein Containerschiff unter zypriotischer Flagge. Teheran reagierte mit einer Drohung: Die Straße von Hormuz werde „bis auf Weiteres“ gesperrt. Das US Central Command wies die Behauptung zurück.

Die Eskalation trieb die Ölpreise deutlich nach oben. Allein diese Woche legte Öl um 5 Prozent zu. Für Gold wurde das zum Problem statt zur Chance.

Zinserhöhungserwartungen steigen sprunghaft

Steigende Ölpreise erhöhen den Inflationsdruck. Das könnte die US-Notenbank zwingen, die Zinsen länger hoch zu halten oder sogar weiter anzuheben. Zinslos gehaltenes Gold wird dadurch unattraktiver.

Die Marktteilnehmer reagierten prompt. Sie preisen inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von fast 70 Prozent für eine Fed-Zinserhöhung im September ein. Nur wenige Tage zuvor lag dieser Wert noch bei rund 60 Prozent.

Warsh-Auftritt und Inflationsdaten im Fokus

Heute steht der erste große Auftritt des neuen Fed-Chefs an. Kevin Warsh hält seine erste geldpolitische Anhörung vor dem Kongress ab. Die Märkte analysieren seine Aussagen genau auf weitere politische Signale.

Dazu veröffentlichen die USA diese Woche wichtige Wirtschaftsdaten. Dazu zählen der Verbraucherpreisindex für Juni und die Einzelhandelsumsätze. Schon die Fed-Protokolle vom Juni zeigten wachsende Inflationssorgen. Einige Entscheidungsträger hatten eine Zinserhöhung befürwortet, bevor die Notenbank die Zinsen unverändert ließ.

Zentralbanken kaufen weiter

Die strukturelle Nachfrage bleibt trotz der Verkaufswelle intakt. Chinas Zentralbank meldete im Juni den größten monatlichen Anstieg ihrer Goldreserven seit über zweieinhalb Jahren.

Der physische Markt zeigt sich dagegen gespalten. In Indien wies Gold wegen der hohen Preisvolatilität einen deutlichen Abschlag auf. In China blieb die Nachfrage stabil.

Der Kursverlauf spiegelt die Unsicherheit wider. Mit einem RSI von 37,6 nähert sich Gold der überverkauften Zone.

Zum 50-Tage-Durchschnitt von 4.355,23 Dollar beträgt der Abstand bereits 7,71 Prozent. Zum 200-Tage-Durchschnitt sind es sogar 11,45 Prozent.

Zwei Kräfte, die sich neutralisieren

Kriegsrisiko und Inflationsangst gelten normalerweise beide als Kauf-Argumente für Gold. Diesmal heben sie sich gegenseitig auf. Steigende Ölpreise befeuern zwar die Nachfrage nach sicheren Häfen. Sie verstärken aber zugleich die Sorge vor einer strafferen Geldpolitik – und die wiegt derzeit schwerer.

Zum 52-Wochen-Tief von 3.901,30 Dollar fehlt nur noch ein kleiner Schritt: gut 3 Prozent trennen den aktuellen Kurs von der Jahresmarke.

Zum Rekordhoch von 5.626,80 Dollar aus dem Januar liegt die Distanz dagegen bei fast 29 Prozent. Der heutige Auftritt von Fed-Chef Warsh vor dem Kongress dürfte richtungsweisend sein für die kommenden Handelstage.

Anzeige

Stand heute, 20. Oktober: Gold – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Gold investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 20. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Gold: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Gold

Redaktion Kapitalmarktexperten

Unter „Redaktion Kapitalmarktexperten“ erscheinen Beiträge, die mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt werden. Themenauswahl, Quellen und die redaktionellen Regeln verantwortet die Redaktion; verantwortlich im Sinne des § 18 Abs. 2 MStV ist Dr. Robert Sasse. Hinweise und Korrekturen: kapitalmarktexperten.de/korrekturen/

Weitere Nachrichten zu Gold