Startseite » Marktberichte » Gold: 6 Prozent Minus durch Fed-Zinserwartung

Gold: 6 Prozent Minus durch Fed-Zinserwartung

Gold fällt auf 4.077 Dollar, belastet durch hawkishe Fed-Signale und starken Dollar. Zentralbanken kaufen trotzdem weiter.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldpreis fällt auf 4.077 Dollar
  • Fed signalisiert weitere Zinserhöhungen
  • Starker Dollar belastet Edelmetall
  • Zentralbanken stocken Goldreserven auf

Im Nahen Osten brennt es. US-Streitkräfte greifen nach dem Ende der Waffenruhe massiv Ziele im Iran an. Normalerweise treibt so ein Szenario Anleger panisch in sichere Häfen. Die Realität beim Goldpreis sieht aktuell völlig anders aus.

Das zinslose Edelmetall verliert an Reiz. Spotgold rutschte zuletzt auf 4.077,50 US-Dollar ab. Auf Monatssicht summiert sich das Minus auf gut sechs Prozent. Der Grund für die Schwäche liegt im fernen Washington.

Die Zins-Peitsche der Fed

Das jüngste Fed-Protokoll zeigt eine unerwartet harte Linie. Die Währungshüter hoben ihre Leitzinsprognose für das Jahresende auf 3,8 Prozent an. Die Hälfte der US-Notenbanker fordert eine weitere Zinserhöhung im laufenden Jahr. Der Markt nimmt sie beim Wort. Händler preisen einen Zinsschritt im Herbst bereits mehrheitlich ein. Das stärkt den US-Dollar und belastet Gold.

Der Konflikt am Golf bremst den Preisverfall kaum. US-Truppen bombardierten über 80 Ziele im Iran. Teheran reagierte umgehend mit Beschuss auf US-Einrichtungen in Kuwait und Bahrain. Die Folge: Öl wird teurer, Gold bleibt schwach. Marktbeobachter sehen die geopolitische Prämie offenbar bereits als vollständig eingepreist an.

Zentralbanken kaufen alles auf

Unter der Oberfläche sammeln staatliche Akteure derweil massiv ein. Die chinesische Zentralbank kaufte im Juni rund 15 Tonnen Gold. Das markiert den zwanzigsten Kaufmonat in Folge. Auch andere Schwellenländer füllen ihre Tresore. Usbekistan und Polen sicherten sich zuletzt zusammen dutzende Tonnen für ihre Reserven. Laut Umfragen erwarten 89 Prozent der Reservemanager weltweit bald noch höhere globale Goldbestände.

Die Divergenz am Markt wächst. Zentralbanken stocken ihre Bestände unermüdlich auf. Spekulative Anleger fliehen dagegen vor den hohen Zinsen. Ein nachhaltiger Boden bildet sich erst, wenn die Fed von ihrem restriktiven Kurs abrückt. Solange der US-Dollar seine Stärke ausspielt, bleibt das Aufwärtspotenzial für Gold streng limitiert.

Anzeige

Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 8. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Gold

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.