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Symbolbild, KI-generiert

Gold: 5,9% Minus auf Wochensicht

Gold verliert binnen einer Woche 5,9 Prozent, bleibt im Monatsvergleich aber im Plus. Zentralbankkäufe und knappes Angebot stützen den Markt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Fed-Signale lösen kräftige Verkäufe aus
  • Gold bleibt monatlich deutlich im Plus
  • Zentralbanken kauften 863,3 Tonnen
  • Förderhöhepunkt für 2026 prognostiziert

Der Goldpreis steht unter Druck. Zum Dienstagsschluss notierte die Feinunze bei 4.328,81 US-Dollar, ein Rückgang von 2,8% gegenüber dem Vortag. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die vor wenigen Tagen begann: Auf Wochensicht steht ein Minus von 5,9% zu Buche.

Auslöser der jüngsten Verkaufswelle war eine Rede von Fed-Chair Warsh am 28. August. Er warnte, die Notenbank habe noch „Arbeit vor sich“, solange eine klare Rückkehr der Inflation zum 2%-Ziel ausbleibe. Der Goldpreis reagierte mit seinem größten Tagesrückgang seit dem 10. Juni und verlor mehr als 3%.

Die Aussagen befeuerten die Markterwartung auf eine straffere Geldpolitik: Laut CME FedWatch preisten Anleger nach der Rede eine Wahrscheinlichkeit von 66,4% für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September ein, gegenüber 33,6% für eine Zinspause.

Geopolitische Eskalation bremst den Ausverkauf nicht

Eigentlich gilt Gold in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Doch trotz eines US-Luftschlags auf eine iranische Insel im Hormus-Kanal und iranischer Gegenangriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Jordanien fand das Edelmetall zuletzt keinen nachhaltigen Fluchtreflex.

Die Eskalation trieb zwar die Ölpreise nach oben und verschärfte Inflationssorgen, doch genau das nährte die Erwartung höherer Fed-Zinsen – und wirkte damit auf Gold eher belastend als stützend. Medienberichten zufolge rutschte der Preis am Dienstag auf 4.358,74 US-Dollar je Unze, ein Tagesminus von 1,86%.

Der Kursrutsch der vergangenen Tage relativiert sich allerdings im Monatsvergleich: Auf Sicht von 30 Tagen steht Gold noch immer mit 6,7% im Plus, und trotz des kräftigen Rücksetzers zum Monatsende verzeichnete das Edelmetall im August insgesamt ein Plus von mehr als 10%. Der aktuelle Einbruch ist damit eher eine Korrektur nach einer starken Aufwärtsphase als eine Trendwende.

Strukturelle Nachfrage bleibt intakt

Unabhängig von der kurzfristigen Zinsdebatte bleiben die längerfristigen Stützen für Gold bestehen. Zentralbanken kauften 2025 insgesamt 863,3 Tonnen des Edelmetalls, was 17,3% der gesamten Nachfrage entsprach – sie zählen damit weiterhin zu den wichtigsten Akteuren am Markt.

Parallel dazu wächst der fiskalische Druck in den USA: Die Gesamtverschuldung überschritt Ende August erstmals die Marke von 40 Billionen US-Dollar, während das US-Finanzministerium seine Liquiditätsrückkäufe am langen Ende der Treasury-Kurve ausweitete.

Auf der Angebotsseite zeichnet sich unterdessen eine Verknappung ab. Der Analyst S&P Global prognostiziert für 2026 den Höhepunkt der weltweiten Goldförderung bei 110 Millionen Unzen, mit einem anschließenden Rückgang auf 103 Millionen Unzen bis 2028. Sämtliche Goldminen weltweit förderten 2025 zusammen 3.671,6 Tonnen, wobei die südafrikanische Produktion im Juni 2026 um 6,2% über dem Vorjahresmonat lag.

Für Anleger bleibt die Gemengelage widersprüchlich: Kurzfristig drückt die Aussicht auf straffere Fed-Politik den Preis, während strukturelle Faktoren – Zentralbanknachfrage, Staatsverschuldung und ein absehbar knapperes Angebot – für eine mittelfristige Unterstützung sprechen könnten. Die kommenden Wochen dürften zeigen, welches der beiden Kräfte die Oberhand behält.

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Diskussion zu Gold

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.