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Gold: 57.000 US-Jobs treiben Erholung

Enttäuschende Jobzahlen senken Zinserwartungen und treiben den Goldpreis auf Wochensicht um zwei Prozent an.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gold schließt mit 1,23 Prozent im Plus
  • US-Jobwachstum bleibt deutlich hinter Prognosen
  • Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhung sinkt auf 50 Prozent
  • Zentralbanken planen weitere Goldkäufe

Ein enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht hat dem Goldpreis zum Wochenschluss neuen Schwung gegeben. Der Grund: Weniger neue Jobs bedeuten weniger Druck auf die Fed, die Zinsen hochzuhalten. Davon profitiert ausgerechnet ein Metall, das selbst keine Zinsen zahlt.

Am Freitag schloss Gold bei 4.187,30 US-Dollar je Unze, ein Plus von 1,23 Prozent auf Tagessicht. Auf Wochensicht steht ein Gewinn von 2,04 Prozent zu Buche. Der 30-Tage-Trend bleibt allerdings negativ: minus 6,16 Prozent.

Schwacher Arbeitsmarkt verschiebt Fed-Erwartungen

Am Donnerstag veröffentlichte die US-Regierung die Jobdaten für Juni. Nur 57.000 neue Stellen entstanden, Ökonomen hatten mit 110.000 gerechnet. Die Differenz ist deutlich.

Die Reaktion an den Märkten folgte prompt. Laut dem CME FedWatch Tool sank die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September von rund 67 Prozent auf etwa 50 Prozent. Weniger Druck für straffere Geldpolitik bedeutet: geringere Opportunitätskosten fürs Halten von Gold. Genau das trieb den Preis nach oben.

Dollar-Schwäche verstärkt den Effekt

Die veränderten Zinserwartungen trafen den US-Dollar hart. In der Woche bis zum 3. Juli verzeichnete die Währung ihren größten Wochenverlust seit April. Ein schwächerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb der USA günstiger und stützt so die Nachfrage.

Parallel dazu gaben die Renditen von US-Staatsanleihen nach. Das machte Gold als zinslose Anlage zusätzlich attraktiv.

Bereits Anfang Juli hatte Fed-Chef Kevin Warsh beim EZB-Forum in Sintra für Aufmerksamkeit gesorgt. Er betonte, die Inflation sei weiterhin zu hoch. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Inflationserwartungen zuletzt gesunken seien. Die Fed bleibe dem Ziel der Preisstabilität verpflichtet, so Warsh.

Zentralbanken kaufen weiter

Neben den kurzfristigen Marktbewegungen bleibt ein struktureller Faktor bestehen: Zentralbanken kaufen Gold in großem Stil. Eine Umfrage des World Gold Council zeigte kürzlich, dass ein Rekordanteil der befragten Notenbanken weitere Käufe plant. Diese Nachfrage aus dem öffentlichen Sektor stützt den Preis unabhängig von kurzfristigen Zinsspekulationen.

Das relativiert die jüngste Volatilität. Im zweiten Quartal 2026 verlor Gold 16 Prozent, der stärkste Quartalsverlust seit 2013. Im Juni fiel der Preis bis auf 3.959,33 US-Dollar, nachdem er Ende Januar noch ein Rekordhoch von 5.598 US-Dollar erreicht hatte.

Der Blick auf die aktuellen Kennzahlen bestätigt das Bild eines Metalls in Erholung, aber noch weit vom alten Hoch entfernt. Zum 52-Wochen-Hoch bei 5.626,80 US-Dollar fehlen noch 25,58 Prozent. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 4.415,02 US-Dollar liegt der aktuelle Kurs 5,16 Prozent im Minus. Der RSI von 46,6 zeigt: Weder überkauft noch überverkauft, Luft nach oben bleibt.

Entscheidende Woche voraus

Für die kommende Handelswoche rückt das Protokoll der letzten Fed-Sitzung in den Fokus. Es könnte weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs liefern. Auch neue US-Wirtschaftsdaten und Kommentare einzelner Notenbanker dürften die Richtung mitbestimmen.

Charttechnisch muss Gold nun zeigen, ob es wichtige Widerstände überwinden kann. Fallen die Inflationsdaten in den kommenden Wochen hartnäckiger aus als erwartet, könnte der Aufwärtsschwung schnell wieder abebben.

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