Gold bekommt zum Wochenschluss Luft. Die neuen US-Inflationsdaten fielen nicht heißer aus als erwartet, und genau das reichte für eine Erholung. Der Markt bleibt aber vorsichtig: Die Fed hat noch keinen Grund geliefert, ihren restriktiven Kurs rasch zu lockern.
PCE-Daten beruhigen den Markt
Der US-PCE-Preisindex stieg im jüngsten Berichtsmonat um 3,8 Prozent zum Vorjahr. Auf Monatsbasis lag das Plus bei 0,4 Prozent. Beide Werte entsprachen den Erwartungen.
Für Gold ist das wichtig, weil der PCE-Index das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank ist. Eine negative Überraschung nach oben hätte die Sorge verstärkt, dass die Fed die Zinsen länger hoch hält oder sogar zusätzlichen Druck aufbaut. Das wäre für Gold ein Belastungsfaktor, weil das Edelmetall keine laufenden Erträge abwirft.
Am Freitag schloss Gold bei 4.569,90 US-Dollar und legte damit 1,57 Prozent zu. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Plus von 1,08 Prozent.
Technisch noch kein Ausbruch
Die Erholung wirkt eher wie Stabilisierung als wie ein klares Kaufsignal. Nach dem Abgabedruck zur Wochenmitte hat Gold zwar Boden gefunden, der Abstand zu wichtigen Durchschnittslinien zeigt aber: Der Markt ist noch nicht zurück im Aufwärtstrend.
Der Schlusskurs liegt 1,49 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 4.639,16 US-Dollar. Der RSI von 49,8 signalisiert weder überkaufte Euphorie noch Panik.
Hinzu kommt der geopolitische Faktor. Fortschritte bei den Gesprächen über ein Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und dem Iran haben zuletzt Risikoprämien aus dem Goldpreis genommen. Wenn die Nachfrage nach Sicherheit nachlässt, fehlt dem Edelmetall ein zusätzlicher Treiber.
Fed-Rhetorik bleibt der Taktgeber
Kurzfristig hängt viel an den nächsten Signalen aus der US-Notenbank. Die PCE-Daten nehmen Druck aus dem Markt, ersetzen aber keine klare Zinsperspektive. Solange offen bleibt, wann eine erste Zinssenkung im Jahr 2026 realistisch wird, dürfte Gold anfällig für schnelle Richtungswechsel bleiben.
Der nächste konkrete Prüfstein ist der US-Arbeitsmarktbericht am 5. Juni. Schwächere Daten könnten die Zinssenkungsfantasie stützen, robuste Zahlen würden den jüngsten Gold-Anstieg dagegen schnell wieder relativieren.
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