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Gold: 41 Tonnen Zentralbank-Käufe

Schwache US-Arbeitsmarktdaten und Rekord-Kaufbereitschaft der Notenbanken verleihen dem Goldpreis neuen Auftrieb.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gold schließt bei 4.187 Dollar
  • Notenbanken planen Rekord-Zukäufe
  • US-Jobdaten senken Zinserwartungen
  • Fed-Protokoll als nächster Impuls

Vier Wochen ging es bergab. Jetzt dreht Gold — und zwei Zahlen liefern die Erklärung. Ein enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht und eine Rekord-Kaufbereitschaft der Notenbanken haben dem Edelmetall zum Wochenschluss neuen Schwung gegeben.

Am Freitag schloss Gold bei 4.187,30 US-Dollar je Unze. Das entspricht einem Plus von 1,23 Prozent an einem Tag und rund zwei Prozent auf Wochensicht. Auf Monatssicht bleibt trotzdem ein Minus von 6,16 Prozent, zum Jahreshoch vom Januar fehlen noch 25,58 Prozent.

Notenbanken kaufen weiter

Die Zentralbanken bleiben der verlässlichste Käufer am Goldmarkt. Der World Gold Council meldet für Mai 2026 einen Netto-Zukauf von 41 Tonnen. Polen legte 18 Tonnen zu, China stockte zum 20. Mal in Folge auf — nun liegen die chinesischen Reserven bei 2.331 Tonnen.

Der Blick nach vorn fällt noch deutlicher aus. 45 Prozent der befragten Notenbanken planen laut WGC-Umfrage, ihre Goldbestände binnen zwölf Monaten weiter aufzustocken. Das ist ein Rekordwert. Gold nimmt inzwischen einen größeren Platz in den globalen Reserven ein als US-Staatsanleihen.

Schwache Jobdaten drücken Zinserwartungen

Den eigentlichen Ausschlag für den Freitagssprung gab der US-Arbeitsmarktbericht für Juni. Die US-Wirtschaft schuf nur 57.000 neue Stellen. Erwartet hatten Ökonomen zwischen 110.000 und 115.000.

Die Folge: Die Wahrscheinlichkeit für eine Fed-Zinserhöhung im September fiel von 66 auf rund 53 Prozent. Gold zahlt keine Zinsen. Rückt eine straffere Geldpolitik in die Ferne, sinken die Opportunitätskosten fürs Halten von Gold — der Kurs profitiert.

Fed-Protokoll und EZB-Termin im Blick

In der neuen Woche steht das Protokoll der letzten Fed-Sitzung im Fokus. Sie fand erstmals unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh statt, der Inflationsrisiken zuletzt als nachlassend einstufte. Anleger erhoffen sich daraus klarere Signale zur Zinspolitik.

Auch die Eurozone liefert Stoff. Die EZB hatte den Leitzins im Juni auf 2,25 Prozent angehoben, die nächste Entscheidung folgt am 23. Juli. Die Zinsdivergenz zwischen Fed und EZB dürfte den Dollar bewegen — und damit direkt auf den Goldpreis durchschlagen.

Die Marke bei 4.200 Dollar entscheidet

Charttechnisch bleibt die Zone zwischen 4.200 und 4.300 US-Dollar der entscheidende Widerstand. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt mit 4.415 US-Dollar deutlich darüber, der RSI von 46,6 signalisiert weder Über- noch Unterverkauf. Gelingt der Ausbruch, rücken die mittelfristigen Ziele der Investmentbanken wieder näher: Goldman Sachs sieht 4.900 US-Dollar fürs kommende Jahr, JPMorgan taxiert das vierte Quartal 2026 auf 4.500 US-Dollar.

Nach unten hat sich die Marke um 4.000 US-Dollar zuletzt als robuste Unterstützung bewährt — vom aktuellen 52-Wochen-Tief bei 3.901,30 US-Dollar trennen den Kurs noch 7,33 Prozent. Auch Silber zeigt Stärke: Der Sprung über 62 US-Dollar drückte das Gold-Silber-Verhältnis auf 66,9 und deutet auf eine breitere Erholung bei Edelmetallen hin.

Die kommende Woche entscheidet, ob Gold die 4.200-Dollar-Marke nachhaltig knackt oder erneut daran abprallt. Das Fed-Protokoll und die Entwicklung am US-Dollar dürften dabei den Ausschlag geben.

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