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Gold: 40.841 COMEX-Kontrakte zur Lieferung

Trotz eines Preisrückgangs von 27 Prozent seit Januar halten Zentralbanken und asiatische Finanzplätze an ihren Goldinvestitionen fest.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldpreis fällt seit Januar um 27 Prozent
  • Zentralbanken kaufen im ersten Quartal 244 Tonnen
  • Asiatische Finanzzentren bauen Goldinfrastruktur aus
  • US-Inflation treibt Zinserwartungen und Preisdruck

Der Goldpreis hat seit seinem Januarhoch rund 27 Prozent verloren. Trotzdem kaufen Zentralbanken weiter — und asiatische Finanzzentren bauen ihre Infrastruktur für das Edelmetall gerade massiv aus.

Am Freitag schloss Gold bei 4.103,70 US-Dollar pro Feinunze, ein Tagesplus von 1,54 Prozent. Auf Monatssicht steht noch ein Minus von knapp acht Prozent zu Buche. Der RSI liegt bei 37,3 — das Metall ist technisch überverkauft, aber noch nicht am Boden.

COMEX-Daten zeigen anhaltende physische Nachfrage

Am 26. Juni summierten sich die Liefernotizen für COMEX 100 Gold Futures auf 40.841 Kontrakte. Das liegt unter den Höchstständen vom Jahreswechsel, aber klar über dem Niveau von 2024. Auffälliger ist etwas anderes: Die Netto-Neuverträge für sofortige Lieferung waren die höchsten des gesamten Jahres — und das, während der Preis nachgab. Wer physisches Gold will, lässt sich vom Preisrückgang offenbar nicht abschrecken.

Inflation drückt auf die Zinspolitik

Die US-Inflationsdaten vom 25. Juni lieferten keine Entlastung. Der PCE-Preisindex stieg im Mai auf 4,1 Prozent im Jahresvergleich — erstmals seit April 2023 über der Vier-Prozent-Marke. Die Kernrate kletterte auf 3,4 Prozent.

Das stärkt die restriktive Haltung der Fed. Höhere Zinsen über längere Zeit erhöhen die Opportunitätskosten für Gold. Das erklärt einen Teil des Preisdrucks der vergangenen Wochen.

Allerdings kaufen Zentralbanken das Metall unabhängig von Fed-Erwartungen. Im ersten Quartal 2026 erwarben staatliche Akteure netto 244 Tonnen. Laut einer Umfrage des World Gold Council vom Juni 2026 planen 45 Prozent der Zentralbanken, ihre Reserven in den nächsten zwölf Monaten weiter aufzustocken. Diese Nachfrage reagiert kaum auf kurzfristige Zinssignale.

Asien baut eigene Goldinfrastruktur

Hongkong startet im Juli 2026 ein staatlich unterstütztes Gold-Clearing-System. Mindestens vier der elf beteiligten Banken importieren bereits 400-Unzen-Barren nach Hongkong — dem London Good Delivery Standard entsprechend. Das Ziel: London als dominanten Handelsplatz herauszufordern.

Singapur zieht nach. Bis Ende 2026 soll dort ein OTC-Gold-Clearing-System in Betrieb gehen. JPMorgan und Deutsche Bank haben ihre Teilnahme zugesagt. Beide Initiativen zeigen, wohin sich das Gravitationszentrum des globalen Goldmarkts verschiebt.

Für den Preis bedeutet das mittelfristig mehr Handelsliquidität in einer Region mit wachsender Investorennachfrage — ein struktureller Faktor, der in keinem Inflationsdatensatz auftaucht.

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