Der Goldpreis hat in der vergangenen Woche einen kräftigen Schub erhalten. Auslöser war die Ankündigung des US-Finanzministeriums, langlaufende Staatsanleihen in größerem Umfang zurückzukaufen. Zusammen mit einem schwächeren US-Dollar und schwachen Konjunkturdaten trieb das den Preis am 21. August erstmals seit Mitte Mai über die Marke von 4.600 US-Dollar je Feinunze, wie Reuters berichtete.
Anleihe-Rückkäufe als neuer Kurstreiber
Die geplanten Rückkäufe langlaufender US-Staatsanleihen gelten Marktbeobachtern als Signal, dass Washington die Liquidität am Anleihemarkt stützen und Renditen am langen Ende drücken will. Für Gold als zinsloses Anlagegut wirkt ein solches Umfeld klassisch unterstützend. Reuters ordnete den Sprung über 4.600 US-Dollar zusätzlich als technische Trendfortsetzung ein, nachdem der Preis den 200-Tage-Durchschnitt bereits zuvor überwunden hatte.
Auch dpa-AFX meldete für den Handel in London am 21. August einen Preis von 4.601 US-Dollar je Feinunze – fast zwei Prozent über dem Vortagesniveau und den höchsten Stand seit Mitte Mai. Als Grund wurden ebenfalls die Treasury-Rückkaufpläne genannt.
Von der Zinsdebatte zur Renditelogik
Die Wochen davor waren geprägt von Spekulationen über die künftige US-Zinspolitik. Bereits am 17. August hatte Reuters einen schwächeren Dollar und nachlassende Erwartungen an weitere Zinsschritte als Preistreiber genannt, während geopolitische Spannungen im Nahen Osten im Hintergrund blieben. HSBC verwies in diesem Zusammenhang auf anhaltende institutionelle Käufe und Zentralbankkäufe als strukturellen Rückenwind für den Markt.
Am 20. August sorgten zudem niedrigere langfristige Realzinsen bei gleichzeitig steigenden Inflationssorgen durch höhere Ölpreise für eine Stabilisierung nach einem kurzen Rücksetzer. Diese Gemengelage aus fiskalischer Intervention, Zinserwartungen und Inflationsdruck bildet den Rahmen, in dem sich der jüngste Anstieg vollzog.
Kursniveau bleibt erhöht, Rekordhoch weiter entfernt
Am Dienstag schloss der Goldpreis bei 4.658,41 US-Dollar je Feinunze und damit nahe dem Niveau, das die Anleihe-Rückkauf-Nachricht ausgelöst hatte. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von 14 Prozent zu Buche – ein deutliches Zeichen dafür, wie stark sich das fiskalische und geldpolitische Umfeld zuletzt auf den Preis ausgewirkt hat. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 5.598,58 US-Dollar aus Ende Januar fehlen dem Markt jedoch noch 17 Prozent.
Auch der Auslandsmarkt spiegelte die Bewegung: Der Preis für Xetra-Gold stieg laut Deutscher Börse binnen Wochenfrist von 120,20 Euro auf 124,40 Euro je Gramm, der Handel eröffnete am 21. August bei 123,60 Euro.
Für das laufende Jahr sehen einige institutionelle Prognosen deutlich höhere Marken – J.P. Morgan wurde mit einem Jahresendziel von 6.000 US-Dollar je Unze für das vierte Quartal 2026 zitiert, allerdings ohne belegtes Aktionsdatum dieser Einschätzung. Sie reiht sich in eine breite Spanne institutioneller Prognosen ein, die den Markt seit dem Sommer begleiten.
Ob sich der aktuelle fiskalpolitische Impuls als nachhaltiger Treiber erweist, dürfte sich in den kommenden Wochen an der Umsetzung der angekündigten Anleihe-Rückkäufe zeigen.
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