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Gold: 4.173 US-Dollar nach Fed-Schock

Die US-Notenbank signalisiert mögliche Zinserhöhungen, was den Goldpreis auf Wochensicht fallen lässt. Zentralbanken kaufen trotzdem weiter.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gold verliert 1,58 Prozent in einer Woche
  • Fed deutet Zinserhöhung bis Ende 2026 an
  • Notenbanken kaufen im ersten Quartal 244 Tonnen
  • Gold unterschreitet erstmals seit 2023 die 200-Tage-Linie

Die erste FOMC-Sitzung unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh hat den Goldmarkt kalt erwischt. Der Preis schloss die Woche bei 4.173 US-Dollar — ein Wochenverlust von 1,58 Prozent, und seit Jahresbeginn steht ein Minus von knapp vier Prozent.

Dot Plot dreht das Spiel um

Die Fed ließ den Leitzins bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Das war erwartet. Was niemand eingepreist hatte: Neun von neunzehn Notenbankern sehen nun mindestens eine Zinserhöhung bis Ende 2026.

Der Median-Leitzins im aktualisierten Dot Plot liegt jetzt bei 3,8 Prozent für Jahresende — nach 3,4 Prozent im März. Der Kern-PCE wird für 2026 bei 3,3 Prozent erwartet. Das ist 1,3 Prozentpunkte über dem Zwei-Prozent-Ziel. Kein Wunder, dass der Markt reagierte.

Besonders schmerzhaft für Gold: Die Fed strich die Lockerungssprache vollständig aus ihrem Statement. Genau diese Formulierung hatte monatelang die Erwartung gestützt, der nächste Zinsschritt gehe nach unten. Jetzt ist sie weg. Der Dollar stieg auf ein Acht-Wochen-Hoch. Laut CME FedWatch preisen die Märkte inzwischen eine 66-prozentige Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Zinserhöhung bis Dezember ein — Jahresbeginn waren noch zwei Senkungen eingepreist.

Zentralbanken kaufen trotzdem

Strukturell bleibt die Nachfrage robust. Im ersten Quartal 2026 kauften Notenbanken netto 244 Tonnen Gold — mehr als im Vorquartal und über dem Fünfjahresdurchschnitt. Polen war der größte Käufer mit 31 Tonnen im Quartal. Die chinesische Zentralbank stockte um 7 Tonnen auf 2.313 Tonnen auf.

Eine neue Umfrage des World Gold Council zeigt: So viele Notenbanken wie nie wollen ihre Goldbestände weiter erhöhen. Viele gaben ihre Antworten ab, nachdem der Nahost-Konflikt eskaliert war — ihre Botschaft war eindeutig.

Chartbild unter Druck

Technisch ist die Lage angespannt. Gold hat die 200-Tage-Linie unterschritten — erstmals seit Oktober 2023. Der RSI liegt bei 35, knapp über überverkauftem Terrain. Vom 52-Wochen-Hoch bei 5.627 US-Dollar ist der Preis inzwischen rund 26 Prozent entfernt. Hält die 4.000-Dollar-Marke nicht, dürfte der nächste technische Halt erst deutlich tiefer liegen.

Parallel baut die globale Marktinfrastruktur aus: Die Dubai Gold and Commodities Exchange startet am 22. Juni den ersten physisch abgewickelten Spot-Gold-Kontrakt mit Tagessettlement im GCC-Raum. Abgewickelt wird in Dirham auf Basis von Kilogramm-Barren.

In der kommenden Woche richtet sich der Blick auf den US-PCE-Preisindex am Freitag. Am selben Tag spricht Chicago-Fed-Präsident Goolsbee beim Chicago Council on Global Affairs — nach dem hawkischen FOMC-Signal ein Termin mit Signalwirkung. J.P. Morgan hält an einem Kursziel von 6.000 US-Dollar bis Jahresende fest, knüpft das aber explizit an eine Entspannung geopolitischer Konflikte und eine Kehrtwende der Fed.

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Diskussion zu Gold

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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