Gold bewegt sich am Mittwoch kaum vom Fleck. Silber, Platin und Palladium legen dagegen deutlich zu. Diese Kluft zwischen den Edelmetallen wirft die Frage auf, wer hier gerade den Ton angibt.
Der Goldpreis notiert bei rund 4.060 bis 4.070 US-Dollar je Feinunze. Das entspricht einem Plus von etwa 0,6 Prozent. Der US-Gold-Future mit Lieferung im August legt um 1,5 Prozent auf 4.076,40 US-Dollar zu.
Zum Vergleich: Der aktuelle Kurs liegt fast 28 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 5.626,80 US-Dollar aus dem Januar. Die Erholung der vergangenen Tage bleibt also bescheiden gemessen an den Verlusten der letzten Monate.
Silber läuft Gold davon
Während Gold nur moderat zulegt, zeigen die Schwestermetalle deutlich stärkere Ausschläge. Silber steigt um 4,1 Prozent auf 58,72 US-Dollar je Unze. Platin gewinnt 1,9 Prozent auf 1.623,63 US-Dollar, Palladium legt um 2,4 Prozent auf 1.282,25 US-Dollar zu.
Der relative Anstieg bei Silber fällt damit mehr als sechsmal so hoch aus wie bei Gold. Marktbeobachter führen das auf eine stärkere industrielle und spekulative Nachfrage in den kleineren Edelmetallmärkten zurück. Gold reagiert dagegen zurückhaltender — die Zinserwartungen bremsen hier stärker.
Iran-Signale dämpfen Ölpreise
Hintergrund der Bewegung bei allen Edelmetallen sind Hoffnungen auf eine Entspannung zwischen den USA und dem Iran. Am 20. Juli erklärte ein hochrangiger iranischer Beamter, das Land habe von Vermittlern einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe erhalten. Das Interimsabkommen soll damit gerettet werden.
Diese Nachricht dämpfte zunächst die Ölpreise. Das nahm etwas Druck von den Inflationssorgen. Die Lage bleibt aber fragil.
Zuletzt trieben Versorgungsengpässe in der Golfregion die Ölpreise wieder nach oben. Das verstärkt die Inflationssorgen und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank ihre hohen Zinsen länger beibehält. Gold gilt zwar als langfristiger Inflationsschutz, doch hohe Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten für das Halten des zinslosen Edelmetalls.
Zinserwartungen bremsen Gold
Die Zinspolitik der Fed bleibt der entscheidende Belastungsfaktor. Die meisten Anleger erwarten, dass die Notenbank die Leitzinsen bei ihrer Juli-Sitzung unverändert lässt. Eine weitere Zinserhöhung im September schließen Marktteilnehmer aber nicht vollständig aus.
Die Anleiherenditen spiegeln diese Erwartung. Zehnjährige US-Staatsanleihen rentieren über 4,6 Prozent, zweijährige Papiere über 4,22 Prozent. Beide Werte erhöhen die Opportunitätskosten für das zinslose Gold.
Gleichzeitig stützt die geopolitische Risikoprämie weiterhin alle Edelmetalle. Spannungen im Nahen Osten und das Risiko von Schifffahrtsstörungen durch die Straße von Hormus und das Rote Meer halten die Nachfrage nach sicheren Anlagen hoch. Steigende Ölpreise könnten allerdings auch den Inflationsdruck erhöhen und damit Anleiherenditen und US-Dollar stärken. Die Wirkung von Konflikten auf den Goldpreis zeigt sich damit in zwei Richtungen.
Der RSI von Gold liegt aktuell bei 45,9 — ein neutraler Wert, der weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen anzeigt. Das passt zum Bild eines Marktes, der zwischen geopolitischer Absicherung und Zinserwartungen pendelt, ohne klare Richtung.
Die stärkere Kursreaktion bei Silber, Platin und Palladium deutet darauf hin, dass Anleger derzeit stärker auf industrielle Nachfrage und kurzfristige Positionierungen setzen. Gold bleibt dagegen von der Abwägung zwischen Sicherheitsbedürfnis und Zinsniveau geprägt. Ob sich die Divergenz zwischen den Edelmetallen in den kommenden Handelstagen fortsetzt oder Gold zu den Gewinnen der Schwestermetalle aufschließt, entscheidet sich an der nächsten Fed-Sitzung im Juli und an der weiteren Entwicklung im Nahost-Konflikt.
Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 22. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
