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Gold: 4.043,60 Dollar unter Druck

Das Fed-Protokoll zeigt tiefe Meinungsverschiedenheiten über den Zinspfad. Steigende Realrenditen belasten den Goldpreis zunehmend.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Fed-Mitglieder uneins über Zinserhöhung
  • Goldpreis fällt auf Jahrestief
  • Realrenditen steigen deutlich an
  • Inflationsdaten im Fokus der Märkte

Die US-Notenbank sendet gemischte Signale. Das aktuelle Protokoll der Juni-Sitzung offenbart einen tiefen Graben im geldpolitischen Komitee. Unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh ringt die Fed um den Zinspfad. Für Gold bedeutet das vor allem Gegenwind.

Gespaltene Fed treibt Zinsangst

Der Leitzins bleibt vorerst in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Das Gremium stimmte darüber zwar einstimmig ab. Allerdings brodelt es hinter den Kulissen. Warsh sprach offen von einer familiären Auseinandersetzung. Einige Mitglieder forderten bereits im Juni eine Zinserhöhung.

Inzwischen rechnet fast die Hälfte der Fed-Mitglieder mit einem Zinsschritt bis Ende 2026. Das Komitee hob parallel dazu die Inflationsprognosen spürbar an. Die Währungshüter fürchten Preistreiber wie neue Zölle und den massiven KI-Ausbau.

Ferner belasten mögliche Angebotsschocks aus dem Nahen Osten. Die Kerninflation lag im Mai schätzungsweise bei 3,4 Prozent. Das offizielle Fed-Ziel rückt damit in weite Ferne.

Realrenditen setzen Gold unter Druck

Die Aussicht auf hartnäckig hohe Zinsen trifft das Edelmetall hart. Am Mittwoch rutschte der Schlusskurs auf 4.043,60 US-Dollar. Damit nähert sich der Preis seinem Jahrestief von rund 3.901 US-Dollar. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf fast sieben Prozent.

Steigen die Leitzinserwartungen, klettern meist auch die Realrenditen. Anleihen werfen dann nach Abzug der Inflation mehr ab. Die Folge: Für zinsloses physisches Gold entstehen echte Opportunitätskosten. Terminmärkte preisen den Leitzins bis Jahresende nun Richtung vier Prozent ein. Ein Schritt im September gilt mit rund 50 Prozent Wahrscheinlichkeit als möglich.

Der nächste Impuls folgt bereits am 14. Juli. Dann veröffentlichen die US-Behörden die Verbraucherpreise für den Juni. Fällt diese Inflationsmessung höher aus als erwartet, dürften die Märkte aggressivere Zinsschritte einpreisen.

Das geldpolitische Komitee entscheidet am 28. und 29. Juli über den weiteren Weg. Bis dahin bleibt der Goldpreis eng an die US-Wirtschaftsdaten gebunden.

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