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Gold: 4.021 Dollar zurückerobert

Der Goldpreis kehrt über 4.000 Dollar zurück, bleibt aber unter Druck durch starken Dollar und steigende Renditen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldpreis schließt bei 4.021 Dollar
  • Schwächstes Quartal seit 2013
  • Zentralbanken kaufen weiter Gold
  • Geopolitische Risiken stützen

4.000 Dollar sind derzeit mehr als eine runde Zahl. Sie sind eine Verteidigungslinie. Am Freitag rutschte der Goldpreis kurz darunter, dann kehrte er zurück – Anleger kauften die Schwäche.

Der Spotpreis schloss bei 4.021,30 US-Dollar je Feinunze, ein Plus von 1,03 Prozent auf Tagesbasis. Auf Wochensicht bleibt trotzdem ein Verlust von 2,58 Prozent stehen. Vom Rekordhoch aus dem Januar bei 5.626,80 Dollar trennen das Edelmetall aktuell 28,53 Prozent.

Ein schwaches zweites Quartal wirkt nach

Die kurzfristige Erholung kann die Bilanz der vergangenen Monate nicht kaschieren. Im Juni verlor Gold 11,7 Prozent, im Mai waren es bereits 1,8 Prozent gewesen.

Für das gesamte zweite Quartal steht damit ein Minus von rund 16 Prozent zu Buche. Das ist das schwächste Quartalsergebnis seit dem zweiten Quartal 2013.

Nahost-Spannungen und widersprüchliche US-Daten

Die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran treiben die Ölpreise nach oben. Das schürt in den USA neue Inflationssorgen und sorgt für Nervosität am Goldmarkt.

Gleichzeitig liefern frische US-Konjunkturdaten kein einheitliches Bild. Der Verbraucherpreisindex sank im Juni um 0,4 Prozent, der Erzeugerpreisindex gab um 0,3 Prozent nach. Die Einzelhandelsumsätze legten dagegen um 0,2 Prozent zu.

Steigende Anleiherenditen und ein festerer US-Dollar setzen das zinslose Edelmetall zusätzlich unter Druck. Investoren wägen aktuell stärker als erwartete Wirtschaftsdaten gegen anhaltende geopolitische Risiken ab. Eine klare Richtung hat sich daraus bislang nicht ergeben.

Zentralbanken kaufen weiter

Während kurzfristige Faktoren für Schwankungen sorgen, bleibt die Nachfrage der Notenbanken ein stabiler Anker. Im Mai kauften Zentralbanken laut World Gold Council netto 41 Tonnen Gold. Angeführt wurde diese Käuferliste von Polen und China.

Polen legte im Mai 18 Tonnen zu – bereits der vierte Monat in Folge mit zweistelligen Zukäufen. Damit erhöhte das Land seinen Bestand im laufenden Jahr um 64 Tonnen auf nun 614 Tonnen.

China kaufte im gleichen Zeitraum 10 Tonnen, den 20. Monat in Folge. Es war der größte monatliche Zuwachs seit Dezember 2024, die chinesischen Reserven liegen jetzt bei rund 2.331 Tonnen.

Eine aktuelle Umfrage stützt die Erwartung, dass dieser Trend anhält. 89 Prozent der befragten Institutionen rechnen damit, dass die weltweiten Zentralbank-Reserven in den kommenden zwölf Monaten weiter wachsen. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 95 Prozent – historisch betrachtet bleibt das Signal dennoch stark.

Der Goldmarkt bewegt sich damit zwischen zwei Kräften. Kurzfristig drücken starker Dollar und steigende Renditen den Preis, mittelfristig stützen Notenbankkäufe und die Aussicht auf eine vorsichtigere Fed-Politik das Edelmetall. Ob die Rückkehr über 4.000 Dollar hält, entscheiden die nächsten US-Konjunkturdaten und die weitere Entwicklung im Nahen Osten.

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Diskussion zu Gold

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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