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Gold: 4.000 Dollar bleiben hart umkämpft

Trotz Eskalation im Nahen Osten belasten steigende Anleiherenditen den Goldpreis und verhindern einen Ausbruch über 4.000 Dollar.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Geopolitische Spannungen treiben Ölpreis
  • Steigende Renditen belasten Goldnachfrage
  • Goldpreis fällt auf Monatssicht deutlich
  • Fed-Zinserhöhung im Dezember wahrscheinlich

Eskalation im Nahen Osten, Angriffe auf Ölfelder und Tanker in der Straße von Hormus – eigentlich beste Voraussetzungen für einen Goldpreis-Ausbruch. Trotzdem klebt das Edelmetall am Dienstag weiter an der Marke von 4.000 US-Dollar. Der Grund: Steigende Anleiherenditen bremsen die Nachfrage nach dem sicheren Hafen aus.

Militärische Eskalation treibt Ölpreis, nicht Gold

Die Lage im Nahen Osten hat sich innerhalb von 48 Stunden dramatisch zugespitzt. Nach einer neunten Welle von US-Luftangriffen auf Ziele im Iran folgten Vergeltungsschläge gegen kuwaitische Ölfelder und eine Entsalzungsanlage. Die iranische Revolutionsgarde meldete zudem die Explosion zweier Öltanker in der Straße von Hormus – einer der wichtigsten Handelsrouten für Öl weltweit.

Der Ölpreis der Sorte Brent sprang zeitweise auf über 90 US-Dollar pro Barrel. Normalerweise würde ein solches Krisenszenario Gold als sicheren Hafen beflügeln. Diesmal wirkt der Effekt umgekehrt: Die Angst vor einer neuen Inflationswelle durch teures Öl überlagert den Krisenschutz-Effekt.

Der Zins-Anker zieht Gold nach unten

Steigende Energiekosten schüren die Erwartung, dass die US-Notenbank unter dem designierten Fed-Chef Kevin Warsh die Zinsen länger hochhält – oder sogar erhöht. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen kletterte auf 3,16 Prozent, den höchsten Stand seit Ende Mai. Das macht zinslos gehaltenes Gold im Vergleich unattraktiver.

Hinzu kommt Rückenwind aus den Erzeugerpreisen: In Deutschland zogen sie im Juni bereits um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. An den Terminmärkten wird eine Zinserhöhung im Dezember inzwischen mit über 80 Prozent Wahrscheinlichkeit eingepreist. Gold steckt damit in einer Zwickmühle: Geopolitische Risikoprämie auf der einen Seite, restriktive Geldpolitik auf der anderen.

Charttechnik zeigt klaren Abwärtstrend

Der Goldpreis schloss am Montag bei 4.015,70 US-Dollar, ein Minus von 0,14 Prozent zum Vortag. Auf Monatssicht steht ein Rückgang von 4,61 Prozent, seit Jahresbeginn sind es sogar 7,32 Prozent. Vom Allzeithoch bei 5.626,80 US-Dollar aus Ende Januar trennen den Kurs mittlerweile 28,63 Prozent.

Der RSI von 40,2 signalisiert keine überverkaufte Lage, aber auch keine Erholungsdynamik. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 4.289,56 US-Dollar liegt bei minus 6,38 Prozent – ein Zeichen für anhaltenden kurzfristigen Abwärtsdruck. Zum 52-Wochen-Tief bei 3.901,30 US-Dollar sind es dagegen nur noch 2,93 Prozent Puffer.

Trotz der Schwäche hält HSBC an einem Kursziel von 4.750 US-Dollar für das Jahresende fest. Die durchschnittlichen Preiserwartungen der Institute wurden wegen der zähen Korrektur zwar leicht nach unten angepasst. Ob die 4.000-Dollar-Marke den Zinssorgen weiter standhält, entscheidet sich an der Frage, wie stark die Fed unter Warsh tatsächlich auf die Ölpreis-Inflation reagiert.

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Diskussion zu Gold

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.