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Gold: 3,44 Prozent Sprung auf 4.385 Dollar

Das überraschende Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran treibt den Goldpreis auf 4.385 Dollar. Günstigeres Öl senkt Inflationserwartungen und macht das Edelmetall wieder attraktiver.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldpreis springt um 3,44 Prozent
  • Friedensabkommen senkt Ölpreise
  • US-Kerninflation verlangsamt sich
  • Fed-Entscheidung am Mittwoch im Fokus

Washington und Teheran einigen sich überraschend auf ein Rahmenabkommen. Ein 60-tägiger Waffenstillstand soll den Konflikt beenden. Die Ölpreise brechen sofort ein. Gold reagiert prompt und springt zum Wochenstart um 3,44 Prozent auf 4.385,70 US-Dollar.

Kettenreaktion stützt den Kurs

Auf den ersten Blick wirkt die Reaktion unlogisch. Frieden schwächt normalerweise sichere Häfen. Hier greift ein anderer Mechanismus. Die USA heben ihre Seeblockade auf. Der Iran öffnet die Straße von Hormus.

Das drückt die Ölpreise massiv. Günstiges Öl bedeutet weniger Inflationsdruck. Weniger Inflation verringert die Notwendigkeit für weitere Zinserhöhungen. Das macht zinsloses Gold wieder attraktiver.

Nach dem Inflationsschock

Die Erholung kommt zur rechten Zeit. In der Vorwoche stand Gold noch massiv unter Druck. Die US-Inflation kletterte im Mai auf 4,2 Prozent. Das ist der höchste Wert seit April 2023.

Treiber waren fast ausschließlich die Energiekosten. Sie sprangen kriegsbedingt um 23,5 Prozent nach oben. Die Europäische Zentralbank reagierte bereits. Sie hob den Einlagensatz auf 2,25 Prozent an.

Die Märkte befürchteten eine harte Gegenreaktion der US-Notenbank Fed. Die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt bis Dezember 2026 stieg auf 70 Prozent. Höhere Zinsen belasten den Goldpreis.

Der Blick auf die Kernrate

Ein Detail gibt den Käufern Hoffnung. Die US-Kerninflation verlangsamte sich im Mai von 0,4 auf 0,2 Prozent. Auch die hartnäckigen Wohnkosten sanken leicht. Die Folge: Die Teuerung ist rein geopolitisch getrieben. Es gibt keinen breiten Nachfragedruck.

Am Mittwoch entscheidet die Fed über den Leitzins. Eine Änderung erwartet fast niemand. Die Märkte preisen eine Pause mit 97 Prozent Wahrscheinlichkeit ein.

Wichtiger ist der neue Dot Plot. Er zeigt die Zinsprognosen der Notenbanker. Streichen sie die geplanten Zinssenkungen für 2026, droht neuer Druck auf Gold.

Chartbild und strukturelle Käufer

Technisch bleibt die Lage angespannt. Gold notiert weiter unter der wichtigen 100-Tage-Linie. Diese verläuft aktuell bei rund 4.761 US-Dollar. Das Abkommen mit dem Iran ist zudem noch nicht final unterschrieben.

Langfristig stützen andere Faktoren den Kurs. Zentralbanken kaufen seit vier Jahren netto Gold. Dass russische Währungsreserven 2022 eingefroren wurden, hat Spuren hinterlassen. Staaten sichern sich ab. Physisches Gold im eigenen Land entzieht sich fremdem Zugriff.

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