Die überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten haben den Goldmarkt am Freitag schwer getroffen. Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen lösen sich in Luft auf. Anleger flüchten aus dem zinslosen Edelmetall. Die seit Jahresbeginn schwelende Korrektur beschleunigt sich drastisch.
Zinsen belasten den Preis
Im Mai schuf die US-Wirtschaft 172.000 neue Stellen. Das übertraf die Erwartungen deutlich. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen kletterte daraufhin auf 4,544 Prozent. Hohe Zinsen machen Gold für Investoren unattraktiv.
Die Folge: ein massiver Preisrutsch. Zum Wochenschluss fiel der Goldpreis um 3,33 Prozent auf rund 4.353 US-Dollar. Vom Rekordhoch Ende Januar ist das Edelmetall mittlerweile fast 23 Prozent entfernt.
Damit schmilzt der Gewinn seit Jahresanfang auf magere 0,26 Prozent zusammen. Der Relative-Stärke-Index (RSI) steht aktuell bei 34,4. Das signalisiert einen stark überverkauften Markt.
Zentralbanken stützen, Verbraucher zögern
Abseits der Finanzmärkte zeigt sich ein geteiltes Bild bei der physischen Nachfrage. Weltweit brach der Schmuckverkauf im ersten Quartal um 25 Prozent ein. In China betrug das Minus sogar 31 Prozent. Käufer scheuen das historisch hohe Preisniveau.
Währenddessen treten Zentralbanken weiterhin als stabilisierende Käufer auf. Sie erwarben im ersten Jahresviertel netto 244 Tonnen Gold. Diese institutionelle Nachfrage stützt den Markt in einem nervösen Umfeld spürbar.
Zinsentscheidungen rücken in den Fokus
In der kommenden Woche blicken Marktteilnehmer nach Europa. Die Europäische Zentralbank erhöht den Leitzins voraussichtlich um 25 Basispunkte. Parallel dazu dürfte die US-Notenbank an ihrem restriktiven Kurs festhalten. Diese geldpolitische Schere sorgt für Bewegung an den Devisenmärkten.
Kurzfristig rechnen Experten mit weiterem Druck. In einer aktuellen Kitco-Umfrage erwarten 74 Prozent der Analysten fallende Kurse. Der starke US-Dollar lastet schwer auf dem Edelmetall.
Langfristig bleiben einige Prognosen optimistisch. Metals Focus rechnet für 2026 mit einem Durchschnittspreis von 4.920 US-Dollar. Schnäppchenjäger positionieren sich bereits. In Vietnam bildeten sich am Wochenende lange Schlangen vor den Goldgeschäften. Lokale Käufer nutzen den starken Preisrutsch direkt für physische Zukäufe.
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