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Symbolbild, KI-generiert

Gold: 29. Juli als nächster Zins-Test

Gold schwankt um 4.000 Dollar, gestützt durch Zentralbanken, belastet von Zinserwartungen. Analysten uneins über die weitere Richtung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldpreis erholt sich leicht auf 4.021 Dollar
  • China kauft im Juni 14,93 Tonnen Gold
  • Goldman Sachs sieht Boden durch Notenbanken
  • JPMorgan senkt Kursziel für Gold auf 4.500 Dollar

Gold pendelt um die runde Marke von 4.000 Dollar. Zentralbanken kaufen weiter, Monat für Monat, angeführt von China. Auf der Wall Street tobt trotzdem ein Streit darüber, wohin der Preis als Nächstes läuft.

Am Freitag schloss die Feinunze bei 4.021,30 Dollar, ein Plus von 1,03 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht bleibt dennoch ein Minus von 2,58 Prozent stehen.

Die kurzfristige Erholung ändert wenig am Bild der vergangenen Wochen. Seit Jahresbeginn hat Gold 7,19 Prozent verloren, im Monatsvergleich sogar 5,98 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief von Ende Oktober bei 3.901,30 Dollar fehlen aktuell nur noch 3,08 Prozent.

Goldman Sachs setzt auf China

Goldman Sachs bleibt trotz der Schwäche optimistisch. Analystin Lina Thomas begründet das mit der Kauflaune der Notenbanken. Im Mai kauften Zentralbanken laut ihrer Schätzung rund 81 Tonnen Gold, auf saisonbereinigter Basis rund 67 Tonnen pro Monat. Das liegt deutlich über dem Schnitt von 17 Tonnen, der vor 2022 üblich war.

China treibt diese Entwicklung besonders stark voran. Die People’s Bank of China legte im Juni 14,93 Tonnen Gold in ihre Reserven. Das ist der größte Einzelmonatskauf seit Oktober 2023. Die Kaufserie läuft damit bereits seit zwanzig Monaten ohne Unterbrechung.

Bemerkenswert dabei: China kaufte ausgerechnet während des schwächsten Quartalsrückgangs von Gold seit der Taper-Tantrum-Phase 2013. Das deutet auf eine Reservepolitik mit mehrjährigem Horizont hin, nicht auf eine Reaktion auf kurzfristige Marktschwankungen. Goldman Sachs wertet genau das als Beleg dafür, dass die Notenbanken-Nachfrage einen Boden unter den Preis legt.

Nicht alle Banken teilen den Optimismus

Andere Häuser sehen das skeptischer. JPMorgan senkte sein Kursziel für das vierte Quartal 2026 bereits Anfang Juli um rund ein Viertel auf 4.500 Dollar. Bank of America warnte zuletzt vor weiteren Rückgängen und verwies dabei auf Kursmuster aus den Hochphasen von 1980 und 2011.

Die Zentralbanken-These von Goldman Sachs ist damit eine Einschätzung unter mehreren. Eine gesicherte Prognose ist sie nicht.

Fed-Termin am 29. Juli als nächster Test

Die US-Notenbank hatte ihren Leitzins am 17. Juni zum vierten Mal in Folge unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Die Entscheidung fiel einstimmig mit 12:0 Stimmen, erstmals unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh. Neun von achtzehn Notenbankern rechnen inzwischen mit mindestens einer weiteren Zinserhöhung vor Jahresende.

Am 29. Juli steht die nächste Zinsentscheidung an. Von ihr hängt ab, ob der von Goldman erwartete kurzfristige Gegenwind für Gold tatsächlich ausbleibt. Der World Gold Council beziffert den fairen Wert von Gold aktuell auf etwa 4.100 Dollar, mit einer Schwankungsbreite von rund 5 Prozent. Der aktuelle Kurs liegt knapp darunter, ohne die Bandbreite nach unten durchbrochen zu haben.

Die Charttechnik zeigt eine breite Spanne

Der RSI notiert bei 40,6 und deutet auf keine Überverkauft-Situation hin, sondern auf eine ausgeprägte Schwächephase. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 4.304,16 Dollar, mehr als sechs Prozent über dem aktuellen Kurs. Zum 200-Tage-Durchschnitt bei 4.540,09 Dollar beträgt der Abstand sogar 11,43 Prozent.

Die Zone zwischen 3.900 und 4.100 Dollar bleibt entscheidend für die kurzfristige Richtung. Verteidigt Gold diese Unterstützung, bleibt das übergeordnete Bild konstruktiv. Die aktuelle Korrektur würde dann als Basis für eine Rückkehr über die gleitenden Durchschnitte dienen, mit Kurs auf das Allzeithoch. Auf der Oberseite bleibt die Zone um 4.300 bis 4.400 Dollar die entscheidende Widerstandsmarke, die frühere Erholungsversuche bereits gestoppt hat.

Bis zum Fed-Termin am 29. Juli dürfte der Preis genau zwischen diesen beiden Kräften hin- und herpendeln: struktureller Nachfrage aus den Zentralbanken auf der einen Seite, restriktiver Zinserwartung auf der anderen.

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