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Gold: 27 Prozent der Reserven

Gold erreicht mit 27 Prozent den höchsten Anteil an offiziellen Währungsreserven, getrieben durch Preisrally und anhaltende Notenbankkäufe.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldanteil an Reserven steigt auf 27 Prozent
  • Preisrally treibt Edelmetall an die Spitze
  • Zentralbanken kaufen im ersten Quartal 244 Tonnen
  • Physisches Investment übertrifft Schmucknachfrage deutlich

Gold rückt in der globalen Reserveordnung nach vorn. Laut EZB lag der Anteil des Edelmetalls an den offiziellen Währungsreserven Ende 2025 bei 27 Prozent. Damit überholte Gold sowohl US-Treasuries als auch den Euro.

Der Befund ist stark. Er hat aber eine wichtige Einschränkung. Ein großer Teil des Sprungs kommt nicht aus neuen Käufen, sondern aus dem stark gestiegenen Goldpreis.

Preisrally verändert die Rangliste

Die EZB nennt in ihrer Juni-Ausgabe zum internationalen Euro klare Vergleichswerte. US-Treasuries kamen Ende 2025 auf 22 Prozent der offiziellen Reserven, der Euro auf 15 Prozent. Gold lag damit an der Spitze.

Der Kern der Geschichte liegt in der Bewertung. Der Goldpreis stieg laut EZB im Jahr 2025 nominal um rund 60 Prozent. Im Jahr davor hatte er bereits um rund 30 Prozent zugelegt.

Rechnet die EZB diesen Preiseffekt heraus, wirkt das Bild weniger spektakulär. Auf Basis des Goldpreises von Ende 2023 läge der Goldanteil bei 16 Prozent. US-Treasuries blieben dann mit 26 Prozent klar höher gewichtet.

Am Markt zeigt sich derzeit kein klarer Trendimpuls. Gold schloss am Dienstag bei 4.515,40 US-Dollar, auf Sicht von sieben Tagen steht ein Plus von 1,53 Prozent. Über 30 Tage liegt der Preis leicht im Minus.

Zentralbanken kaufen weiter

Trotz des Bewertungseffekts bleibt die Nachfrage der Notenbanken ein wichtiger Stützpfeiler. Der World Gold Council schätzt die Nettokäufe im ersten Quartal 2026 auf 243,7 Tonnen. Das waren 17 Prozent mehr als im Vorquartal.

Gegenüber dem Vorjahresquartal lag das Plus bei 3 Prozent. Die größten gemeldeten Käufer waren Polen mit 31 Tonnen und Usbekistan mit 25 Tonnen. Weitere Käufe kamen unter anderem aus China, Kasachstan und Tschechien.

Der Markt läuft aber nicht nur in eine Richtung. Der World Gold Council meldete auch höhere Verkäufe, etwa aus der Türkei und Russland. Dazu kommt SOFAZ, der Staatsölfonds Aserbaidschans.

Die Daten bleiben mit Vorsicht zu lesen. Zentralbanken melden Transaktionen häufig verzögert. Ein Teil der Zahlen basiert daher auf Schätzungen.

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Investment schlägt Schmuck

Auf der Angebotsseite wächst der Markt weiter. Das gesamte Goldangebot stieg im ersten Quartal 2026 um 2 Prozent auf 1.230,9 Tonnen. Die Minenproduktion legte ebenfalls um 2 Prozent zu.

Recyclinggold nahm um 5 Prozent zu. Hohe Preise machen Altgold attraktiver, während klassische Käufer vorsichtiger werden. Genau hier zeigt sich die Spaltung des Marktes.

Die Schmuckverarbeitung fiel im ersten Quartal um 23 Prozent auf 335,0 Tonnen. Die Nachfrage nach Barren und Münzen stieg dagegen um 42 Prozent auf 473,6 Tonnen. ETFs und ähnliche Produkte lagen unter dem Vorjahresniveau.

Kurz gesagt: Physisches Investment und Zentralbanken prägen den Markt stärker als Schmuck. Das passt zum EZB-Bild eines Reserveassets, das in unsicheren Zeiten mehr Gewicht erhält.

Geopolitik bleibt der Treiber

Die EZB verknüpft die Goldkäufe mit geopolitischen Risiken. Anhaltende Spannungen hätten die Nachfrage im Jahr 2025 gestützt. Die Zentralbankkäufe lagen damals bei rund 850 Tonnen.

Das war weniger als in den Jahren 2022 bis 2024. Damals kauften Zentralbanken jeweils mehr als 1.000 Tonnen pro Jahr. Im historischen Vergleich blieb das Niveau aber hoch.

Für Notenbanken erfüllt Gold mehrere Zwecke. Es hilft bei der Diversifikation und kann Bilanzen gegen geopolitische Risiken robuster machen. Die EZB verweist hier auf Umfragedaten zu den Motiven der Zentralbanken.

Technisch wirkt der Markt derzeit eher neutral. Der Goldpreis liegt 2,71 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt, der RSI beträgt 49,8. Das spricht weder für Überhitzung noch für starke Schwäche.

Der EZB-Bericht liefert damit ein klares Signal mit Fußnote. Gold hat in den Reservebilanzen sichtbar an Status gewonnen. Der nächste Prüfstein ist, ob Zentralbanken weiter netto kaufen, falls der Preiseffekt nachlässt.

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