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Gold: 26,64 Prozent unter Januar-Hoch

Trotz Eskalation am Golf und steigender Ölpreise zeigt sich Gold unbeeindruckt. Inflations- und Zinsängste bremsen die Edelmetall-Rally.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldpreis bleibt trotz Nahost-Krise stabil
  • Steigende Ölpreise schüren Inflationssorgen
  • Fed-Zinsangst belastet unverzinstes Edelmetall
  • Notenbanken kaufen weiter unbeirrt Gold

Iran erklärt die Straße von Hormus für gesperrt. Die Ölpreise schießen nach oben. Gold aber bewegt sich kaum. Genau das ist die Überraschung dieses Wochenendes.

Ein Widerspruch mit System

Normalerweise gilt eine einfache Regel: Eskaliert eine Krise, kaufen Anleger Gold. Diesmal nicht. US-Kampfjets griffen am Wochenende rund 140 militärische Ziele im Iran an. Die Attacke war die Antwort auf iranische Angriffe auf Handelsschiffe durch die Revolutionsgarden.

Der Iran reagierte mit der Schließung der Straße von Hormus. Durch die Meerenge fließt ein Großteil der weltweiten Ölversorgung. Brent-Rohöl sprang daraufhin über die Marke von 80 US-Dollar.

Gold blieb dagegen erstaunlich ruhig. Der Grund: Steigende Energiepreise schüren Inflationssorgen. Und mehr Inflation bedeutet für Anleger höhere Wahrscheinlichkeit strengerer Fed-Politik. Diese Zinsangst drückt auf Gold stärker, als die Krise selbst antreibt. Ein unverzinstes Edelmetall leidet eben unter jeder Zinserhöhungsfantasie.

Der Blick auf die Zahlen

Am Freitag schloss Gold bei 4.127,60 US-Dollar je Feinunze, nahezu unverändert zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Minus von 1,43 Prozent zu Buche. Die 4.100-Dollar-Marke hielt trotzdem.

Der Blick auf die längere Frist zeigt deutlicher, wie weit sich Gold von seinen Höchstständen entfernt hat. Seit Jahresbeginn beträgt der Verlust knapp 4,93 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 5.626,80 US-Dollar aus dem Januar trennen den Goldpreis inzwischen 26,64 Prozent. Zum 50-Tage-Durchschnitt bei 4.365,48 US-Dollar liegt der Abstand bei 5,45 Prozent, zur 200-Tage-Linie bei 9,07 Prozent.

Auf 30-Tage-Sicht steht Gold allerdings leicht im Plus, mit 0,81 Prozent. Der RSI von 44 signalisiert weder Über- noch Unterverkauf. Die Volatilität bleibt mit 27 Prozent auf Jahresbasis hoch.

Während spekulative Anleger vorsichtig blieben, kauften Notenbanken unbeirrt weiter. China stockte seine Reserven im Juni den 20. Monat in Folge auf. Ende des Monats hielt die chinesische Notenbank rund 75,44 Millionen Feinunzen. Polen kaufte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 82 Tonnen Gold.

Wichtige Termine in der neuen Woche

Diese Woche bringt gleich mehrere Daten, die für die Fed-Politik entscheidend sein könnten:

  • Dienstag, 14. Juli: US-Verbraucherpreise (CPI) für Juni
  • Mittwoch, 15. Juli: US-Erzeugerpreise (PPI)
  • Wochenmitte: Erste Kongress-Anhörung des neuen Fed-Vorsitzenden

Charttechnisch bleibt der SMA 20 bei 4.129,80 US-Dollar der nächste Widerstand. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte den Weg zur 4.200-Dollar-Marke öffnen. Nach unten fungiert die Zone um 4.102 US-Dollar als erste Unterstützung, gefolgt von der breiteren Auffangzone zwischen 4.000 und 4.050 US-Dollar.

Fällt der Kurs unter diese Zone, rückt das 52-Wochen-Tief bei 3.901,30 US-Dollar in Reichweite. Die CPI-Daten am Dienstag dürften zeigen, welche Kraft gerade überwiegt: die geopolitische Krise oder die Zinsangst.

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