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Gold: 26,28 Milliarden Dollar M&A

Trotz eines deutlichen Goldpreisverfalls steigern Bergbaukonzerne ihre Übernahmeaktivitäten massiv. Zentralbanken kaufen weltweit zu.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldpreis fällt um 28 Prozent
  • Bergbaukonzerne erhöhen M&A-Volumen
  • Zentralbanken weltweit kaufen Gold
  • Goldnachfrage erreicht Rekordniveau

Der Goldpreis ist in diesem Jahr rund 28 Prozent unter sein Januar-Rekordhoch gefallen. Ausgerechnet jetzt kaufen die großen Bergbaukonzerne so aggressiv wie selten zuvor.

Fed-Druck und ein starker Dollar

Gold notiert aktuell bei rund 4.062 Dollar je Unze — auf Jahressicht ein Minus von gut 6 Prozent. Der Haupttreiber: hawkishe Signale der US-Notenbank. Die Märkte preisen eine 80-prozentige Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im Dezember ein. Für September liegt die Wahrscheinlichkeit bei 63 Prozent.

Zuletzt gaben die PCE-Inflationsdaten für Mai etwas Entlastung. Der Gesamt-PCE lag bei 4,1 Prozent, der Kern-PCE bei 3,4 Prozent im Jahresvergleich. Beide Werte liegen deutlich über dem Fed-Ziel von 2 Prozent — von echter Entwarnung ist der Markt weit entfernt.

Russland verkauft, der Rest kauft

Ein Nebenthema, das Beobachter beschäftigt: Russland verkauft Gold. Im April waren es 6 Tonnen, seit Jahresbeginn insgesamt 22 Tonnen — der vierte Monat in Folge mit Nettoverkäufen. Steigende Kriegskosten und Haushaltsdefizite dürften den Druck erhöhen.

Der Kontrast zum globalen Trend ist auffällig. Weltweit wurden Zentralbanken im April wieder zu Nettokäufern. China stockte seine Reserven 18 Monate in Folge auf. Im ersten Quartal 2026 kauften Zentralbanken netto 244 Tonnen — und legten im April mit weiteren 17 Tonnen nach.

Die russischen Verkäufe bewegen sich im Milliardenbereich, sind aber zu klein, um den Preis direkt zu bewegen. Ein Großteil der Transaktionen dürfte zudem außerhalb westlicher Handelsplätze laufen.

Die Branche kauft im Preistief

Während Privatanleger den Rückgang verdauen, handeln die großen Konzerne. Das M&A-Volumen im Bergbausektor stieg im ersten Quartal 2026 um 63 Prozent auf 26,28 Milliarden Dollar — der zweithöchste Quartalswert seit Beginn der Datenerfassung 2013.

Gold steht dabei ganz oben. In den ersten fünf Monaten des Jahres entfielen mehr als 40 Prozent aller branchenweiten Deals auf Gold. 31 von 73 abgeschlossenen Transaktionen zielten auf das Edelmetall. Das angekündigte Volumen aus Fusionen, Eigenkapital- und Fremdfinanzierungen summiert sich auf über 73 Milliarden Dollar.

Gold Fields aus Südafrika und Chinas Zhaojin Mining haben öffentlich signalisiert, offen für weitere Zukäufe zu sein.

Nachfrage auf Rekordniveau

Die Fundamentaldaten stützen diese Kauflaune. Die globale Goldnachfrage erreichte im ersten Quartal 2026 insgesamt 1.231 Tonnen — der höchste Januar-März-Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Privates Investment war der stärkste Treiber.

Der RSI liegt aktuell bei 34 — technisch nahe am überverkauften Bereich. Das allein macht keinen Boden, aber es erklärt, warum die Branche die aktuelle Schwäche als Einstiegsfenster wertet und nicht als strukturellen Trendbruch.

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