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Gold: 24 Tonnen zurück in ETFs

Erneute ETF-Zuflüsse treiben Gold auf 4.478 Dollar. Zentralbanken kaufen weiter, geopolitische Risiken stützen zusätzlich.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldpreis nähert sich 4.500 Dollar
  • ETF-Bestände steigen um 24 Tonnen
  • Zentralbanken setzen Kaufserie fort
  • Fondsmanager sehen Gold unterbewertet

Monatelang fehlte den Notenbank-Käufen ein wichtiger Verbündeter. Jetzt ist er zurück. Fondsanleger kaufen wieder Gold – und treiben den Preis in Richtung der 4.500-Dollar-Marke.

Der Kurs liegt aktuell bei 4.478,80 Dollar je Feinunze, ein Plus von 1,2 Prozent allein am heutigen Tag. Auf Monatssicht summiert sich der Anstieg auf 12 Prozent. Der Relative-Stärke-Index steht bei 68,9 – nahe der Schwelle, ab der Marktbeobachter üblicherweise von einer überkauften Lage sprechen.

ETF-Zuflüsse kommen zurück

Seit dem 20. Juli sind die Goldbestände in börsengehandelten Fonds um 24 Tonnen gestiegen. Das ist das schnellste Tempo seit Anfang April. Bislang trugen fast ausschließlich Zentralbanken die Rallye, während Fondsanleger sich zurückhielten.

Das ändert die Dynamik am Markt spürbar. Fondsanleger reagieren deutlich sensibler auf Zinserwartungen als Zentralbanken. Ihre Rückkehr signalisiert: Auch kurzfristig orientiertes Kapital sieht jetzt Aufwärtspotenzial.

Am Mittwoch stieg Gold über 4.420 Dollar und näherte sich einem Zehn-Wochen-Hoch. Anleger wägten dabei mehrere Faktoren gegeneinander ab: US-Inflationsdaten, die Fed-Politik und die Lage an der Straße von Hormus. Die US-Verbraucherpreise stiegen im Juli in etwa im Rahmen der Erwartungen. Das dämpfte Sorgen vor einer baldigen Fed-Zinserhöhung.

Notenbanken kaufen unvermindert weiter

Während die ETF-Seite neu Fahrt aufnimmt, bleibt die Zentralbank-Nachfrage die tragende Säule. Chinas Notenbank fügte ihren Reserven im Juli rund 20 Tonnen hinzu – bereits der 21. Monat in Folge mit Zukäufen. Global kauften Notenbanken im zweiten Quartal netto rund 289 Tonnen.

Das Kaufmuster war dabei breit gestreut. Polen führte mit 51 Tonnen im zweiten Quartal an, das Halbjahresvolumen liegt bei 82 Tonnen. Der polnische Goldbestand wächst damit auf 632 Tonnen und nähert sich dem erklärten Ziel von 700 Tonnen. China legte im gleichen Zeitraum 33 Tonnen zu – der größte Quartalszuwachs seit dem vierten Quartal 2023.

Geopolitik bleibt ein Faktor

Neben der Geldpolitik spielt der Nahe Osten weiter eine Rolle für die Preisbildung. Pakistans Verteidigungsminister erklärte, die USA und der Iran seien „kurz vor einer Art Vereinbarung“, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen. US-Präsident Donald Trump behauptete dagegen, die USA hätten „totale Kontrolle“ über die Wasserstraße.

Diese Unsicherheit stützt die Nachfrage nach Gold als Absicherung. Sie kommt zur ohnehin robusten strukturellen Nachfrage hinzu.

Fondsmanager sehen weiter Potenzial

Eine Umfrage des World Gold Council liefert einen weiteren Baustein für das Bild einer breiten Nachfragebasis. Ein Rekordanteil von 45 Prozent der befragten Zentralbanken plant, ihre Goldbestände weiter aufzustocken. Befragte Fondsmanager bezeichneten Gold zudem als so unterbewertet wie zuletzt im März 2023.

Die Kombination aus zurückkehrenden ETF-Käufern und ungebrochener Zentralbanknachfrage gibt dem Goldmarkt aktuell eine breitere Basis als in den vergangenen Monaten. Damals bremste die Zurückhaltung der Fondsseite die Rallye noch aus. Bestätigt sich der Trend der vergangenen drei Wochen, dürfte die Marke von 4.500 Dollar bald fallen.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.