Gold steht an einer technischen Nagelprobe. Am Donnerstag notiert das Edelmetall bei rund 4.450 US-Dollar pro Feinunze. Damit fehlen nur noch gut 1,3 Prozent bis zur viel beachteten 200-Tage-Linie bei etwa 4.390 US-Dollar. Der RSI liegt bei 39,9 Punkten — das spricht für eine leichte Überverkauftheit.
Asiatische Käufer stabilisieren den Markt
Trotz der Korrektur seit dem Januar-Rekordhoch von 5.626 US-Dollar zeigt sich die fundamentale Nachfrage robust. Neue Akteure drängen in den Markt. Chinesische Versicherungsgesellschaften und indische Pensionsfonds stocken ihre Bestände auf. Gleichzeitig nutzen Krypto-Emittenten wie Tether Gold zur Besicherung ihrer Reserven.
Gold-ETFs in Asien verzeichnen frische Zuflüsse. Das kompensiert zumindest teilweise die Abflüsse aus westlichen Portfolios.
Bremsklotz aus Washington
Auf der Gegenseite steht die US-Geldpolitik. Die Fed hält den Leitzins zwischen 3,50 und 3,75 Prozent. Dazu kommen ein starker US-Dollar und hohe Realrenditen. All das erhöht die Opportunitätskosten für Gold, das keine Zinsen abwirft.
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Die Inflation liegt weiter über dem Zielwert. Spekulationen auf baldige Zinssenkungen bleiben damit gedämpft. Das bremst die Aufwärtsbewegung, auch wenn geopolitische Risiken grundsätzlich für eine höhere Goldbewertung sprechen.
Technische Hürden und geopolitischer Untergrund
Die Spannungen im Mittleren Osten, vor allem zwischen den USA und dem Iran, sorgen für anhaltende Volatilität. Ein teilweiser Waffenstillstand mit der Hisbollah brachte kurzfristig Entlastung, aber keine grundlegende Entspannung.
Charttechnisch ist die Marke von 4.390 US-Dollar der entscheidende Test. Unterschreitet Gold diese Unterstützung, drohen weitere Verluste. Nach oben bildet der Bereich um 4.520 US-Dollar den ersten Widerstand. Gelingt der Ausbruch, rückt der 50-Tage-Schnitt bei 4.640 US-Dollar in Reichweite. Derzeit liegt Gold knapp 3,8 Prozent unter dieser Linie.
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