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Symbolbild, KI-generiert

Gold: 17 Prozent seit Jahreshoch verloren

Steigende Zinserwartungen und höhere indische Importzölle setzen den Goldpreis unter Druck. Die wichtige Unterstützung bei 4.500 Dollar rückt in den Fokus.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldpreis fällt auf 4.510 Dollar
  • Fed signalisiert mögliche Zinserhöhung
  • Indien erhöht Goldimportzölle drastisch
  • Zentralbanken kaufen weiterhin Gold

Der Goldpreis rutscht weiter. Am Freitag schloss das Edelmetall bei 4.510,50 US-Dollar. Das sind 0,65 Prozent weniger als am Vortag. Die zweite Verlustwoche in Folge rückt die Marke von 4.500 Dollar in greifbare Nähe. Seit dem Jahreshoch bei 5.450 Dollar Ende Januar fehlen bereits 17 Prozent.

Das fatale Zusammenspiel von Zinsangst und Inflation belastet das Sentiment. Fed-Gouverneur Christopher Waller signalisierte zuletzt, dass die US-Notenbank ihren Lockerungskurs nicht länger durchhalten sollte. Die Märkte reagieren: Rund 55 Prozent der Händler preisen inzwischen eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bis Oktober 2026 ein. Parallel dazu halten sich die Ölpreise nahe ihrer Vierjahreshochs – ein weiterer Inflationstreiber.

Für Gold ist das ein Problem. Steigende Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten des unverzinsten Edelmetalls. Die Folge: Ausverkauf.

Indien dreht am Zoll-Rad

Ein zweiter Belastungsfaktor kommt aus Asien. Indien, einer der größten Goldkonsumenten der Welt, hat die Einfuhrzölle drastisch von sechs auf 15 Prozent angehoben. Das schützt die indischen Devisenreserven – und drosselt die Importnachfrage.

Analysten erwarten kurzfristig spürbare Effekte auf den globalen Goldpreis.

Doch es gibt eine Gegenkraft: die Zentralbanken. Ihre Nettokäufe erreichten im ersten Quartal 2026 mit 244 Tonnen einen Anstieg von drei Prozent zum Vorjahr. Diese institutionelle Nachfrage bildet einen wichtigen Boden.

Geopolitik als Risikofaktor

Auch die geopolitische Lage gibt wenig Rückenwind. Die US-Iran-Gespräche kommen voran – US-Außenminister Marco Rubio spricht von „leichten Fortschritten“. Eine Entspannung würde die Safe-Haven-Prämie von Gold weiter reduzieren.

Die technischen Marken sind klar: Die Unterstützung bei 4.500 Dollar muss halten. Ein Bruch dieser Zone dürfte weiteren Verkaufsdruck auslösen. Auf der Oberseite wartet der Widerstand bei 4.878 Dollar.

Die langfristigen Prognosen bleiben trotzdem optimistisch. J.P. Morgan sieht Gold bis Jahresende bei 6.000 Dollar. Die Deutsche Bank hält aufgrund steigender Staatsverschuldung und geopolitischer Fragmentierung sogar 8.000 Dollar für möglich. Kurzfristig entscheidet sich die Frage, ob die 4.500er-Marke den Sturm übersteht.

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