Startseite » Marktberichte » Gold: 162.000 US-Stellen drücken auf 4.421 Dollar
Symbolbild, KI-generiert

Gold: 162.000 US-Stellen drücken auf 4.421 Dollar

Überraschend viele neue US-Stellen erhöhen die Zinssorgen und belasten Gold kurzfristig, während langfristige Stützungsfaktoren bestehen bleiben.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • US-Arbeitsmarkt übertrifft Prognosen deutlich
  • Gold verliert 1,1 Prozent
  • Fed-Zinswette steigt auf 65 Prozent
  • TD Securities bestätigt 5.350-Dollar-Ziel

Der überraschend robuste US-Arbeitsmarktbericht für August hat den Goldpreis am Freitag deutlich unter Druck gesetzt. Das US-Arbeitsministerium meldete einen Zuwachs von 162.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft – der stärkste Anstieg seit März und weit über den Erwartungen von rund 55.000 bis 58.000 Stellen. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,1 Prozent stabil, zudem wurden die Vormonate um insgesamt 55.000 Stellen nach oben revidiert.

Aktuell notiert Gold bei 4.421,84 US-Dollar je Feinunze, ein Minus von 1,1 Prozent im Tagesverlauf. Bereits am Donnerstag hatte der Kurs bei 4.473,07 US-Dollar geschlossen, sodass sich die Korrektur seit Wochenbeginn fortsetzt.

Zinserhöhungswetten treiben Anleger aus dem Gold

Die kräftigen Jobzahlen befeuerten sofort Spekulationen auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank. Die an den Terminmärkten gehandelte Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt bei der Fed-Sitzung am 15. und 16. September kletterte im Tagesverlauf von rund 50 Prozent auf bis zu 65 Prozent.

Steigende Leitzinsen erhöhen die Opportunitätskosten für das zinslose Edelmetall und stärken zugleich den US-Dollar – beides klassische Belastungsfaktoren für Gold. Parallel zogen die Renditen am Anleihemarkt an: Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen legte um 7,6 Basispunkte auf 4,41 Prozent zu, die zehnjährige stieg um 3,2 Basispunkte auf 4,792 Prozent.

Innerhalb der Fed selbst zeichnet sich Uneinigkeit ab. Während Gouverneur Warsh sich nach den Daten für eine straffere Geldpolitik aussprach, hatte sich sein Kollege Waller zuvor noch für eine mögliche Zinspause ausgesprochen, sollte sich die Disinflation fortsetzen. Diese Divergenz sorgt für Nervosität an den Märkten und dürfte die Volatilität bei Gold in den kommenden Wochen hochhalten.

Debasement-Trade bleibt strukturelle Stütze

Trotz des akuten Rücksetzers bleibt das übergeordnete Kaufargument für Gold intakt: der sogenannte Debasement-Trade. Anleger fürchten eine schleichende Entwertung von Staatsanleihen angesichts einer US-Staatsverschuldung von über 40 Billionen Dollar und anhaltender Anleihekäufe, die auch mit US-Finanzminister Bessent in Verbindung gebracht werden. Die Rendite 30-jähriger US-Anleihen war zuletzt bis auf 5,23 Prozent gestiegen – ein Umfeld, das viele Investoren als Absicherung in Gold treibt.

Die Analysten von TD Securities halten an einem Kursziel von 5.350 US-Dollar fest, während MKS PAMP vor Risiken durch Öl- und Zinsentwicklungen warnt. Damit spiegelt der heutige Rücksetzer weniger einen Trendbruch als eine kurzfristige Reaktion auf die Zinserwartungen wider.

Der Goldpreis bleibt damit deutlich unter seinem Rekordhoch von 5.598,58 US-Dollar aus dem Januar, hat sich aber seit seinem Jahrestief im September vergangenen Jahres um rund ein Viertel erholt.

Für Anleger dürfte in den kommenden Tagen entscheidend sein, wie die Fed die neuen Arbeitsmarktdaten in ihrer Sitzung Mitte September gewichtet. Bleibt die Notenbank bei ihrem Zinserhöhungskurs, könnte der Druck auf Gold zunächst anhalten – die strukturellen Treiber der Rally dürften davon jedoch unberührt bleiben.

Anzeige

Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 4. September liefert die Antwort:

Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Gold

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

Mit seiner Expertise unterstützt er Anleger dabei, die Chancen des Kapitalmarkts systematisch und langfristig zu nutzen – unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen.