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Gold: 15-Tonnen-Kauf Chinas im Juni

Trotz fallender Kurse und Zinssorgen stockt Peking seine Goldreserven massiv auf. Auch andere Zentralbanken erhöhen ihre Bestände.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gold fällt um 1,26 Prozent
  • Chinas Zentralbank kauft 15 Tonnen
  • Polen und Usbekistan stocken auf
  • Fed-Aussagen und Inflation im Fokus

Gold fällt am Montag deutlich, während Chinas Zentralbank in Rekordtempo zukauft. Der Kurs sinkt um 1,26 Prozent auf 4.075,60 US-Dollar je Feinunze.

Auf Wochensicht steht ein Minus von 2,42 Prozent, seit Jahresbeginn sind es sogar 6,13 Prozent. Während Anleger verkaufen, stockt Peking seine Reserven so stark auf wie seit Jahren nicht mehr.

Chinas Notenbank kauft wie nie

Die People’s Bank of China erhöhte ihre Goldreserven im Juni um 15 Tonnen. Das ist der größte Einzelkauf des laufenden Jahres und der 20. Monat in Folge mit steigenden Beständen.

Ende Juni hielt China 75,44 Millionen Feinunzen Gold, nach 74,96 Millionen Ende Mai. Der Zuwachs markiert den größten Einmonatskauf seit Oktober 2023.

Im laufenden Jahr wuchsen Chinas Bestände um gut 40 Tonnen. Insgesamt kommt das Land nun auf 2.346 Tonnen Gold.

Zentralbanken weltweit ziehen mit

China steht mit seinem Appetit nicht allein. Im Mai kauften Notenbanken weltweit netto 41 Tonnen Gold, im April waren es netto 17 Tonnen. Polen, China und Chile führten diese Welle an.

Polen bleibt der größte offizielle Käufer. Die polnische Notenbank hat ihre Juni-Daten noch nicht veröffentlicht. Bis Mai stockte sie ihre Reserven bereits um 64 Tonnen auf.

Usbekistan kauft ebenfalls kräftig zu. Die Zentralbank fügte im Juni weitere 9 Tonnen hinzu und kommt damit im laufenden Jahr auf 41 Tonnen Nettokäufe. Das macht Usbekistan zum zweitgrößten Käufer nach China.

Rekordanteil plant weitere Käufe

Der World Gold Council befragte 74 Zentralbanken zu ihren Plänen. 45 Prozent gaben an, auf Jahressicht weiter Gold kaufen zu wollen. Das ist der höchste Anteil seit Beginn der Erhebung. Nur eine einzige Notenbank will ihre Bestände reduzieren.

Auch außerhalb der großen Volkswirtschaften wächst das Interesse an Gold als Reservewährung. Die Bank of Tanzania kaufte innerhalb von 18 Monaten rund 28 Tonnen Gold, im Gegenwert von etwa 3,68 Milliarden US-Dollar.

Indien setzt ebenfalls verstärkt auf Gold als Absicherung.

Die Devisenreserven des Landes wuchsen in der Woche zum 4. Juli kräftig. Allein die Goldreserven legten dabei um 2,67 Milliarden auf 105,21 Milliarden US-Dollar zu.

Zinssorgen und Geopolitik drücken den Preis

Trotz der robusten Notenbank-Nachfrage bleibt der Goldpreis unter Druck. Der Grund liegt in den kurzfristigen Zinserwartungen.

Die USA führten am Sonntag ihren vierten Angriff innerhalb einer Woche gegen Iran durch. Das war die Vergeltung für einen iranischen Angriff auf ein Containerschiff unter zypriotischer Flagge.

Die Eskalation trieb die Ölpreise nach oben und schürte Sorgen vor weiteren Zinserhöhungen. Aktuell erwarten die Märkte, dass die Fed vor Jahresende noch einmal die Zinsen anhebt. Am Dienstag tritt Fed-Chef Kevin Warsh erstmals vor dem US-Kongress auf. Investoren warten außerdem auf neue US-Inflationsdaten in dieser Woche.

Der Kurs zeigt die Nervosität deutlich. Der RSI liegt bei 40,6, die annualisierte Volatilität bei 27,13 Prozent. Damit bewegt sich Gold spürbar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 4.356,35 US-Dollar.

Private Nachfrage bleibt gespalten

Während Notenbanken geschlossen zukaufen, zeigt sich bei privaten Käufern ein uneinheitliches Bild. In Indien drückte die Preisvolatilität diese Woche auf einen breiten Preisabschlag. In China blieb die Nachfrage dagegen stabil.

Notenbanken und Privatanleger reagieren damit derzeit sehr unterschiedlich auf die Schwäche des Goldpreises. Zum 52-Wochen-Tief von 3.901,30 US-Dollar aus dem Oktober 2025 trennen Gold nur noch 4,47 Prozent.

Am Dienstag tritt Fed-Chef Kevin Warsh erstmals vor dem US-Kongress auf, im Laufe der Woche folgen neue US-Inflationsdaten. Fallen die Daten schwächer aus als erwartet, dürfte der Zinsdruck schnell nachlassen. Die strukturelle Nachfrage der Notenbanken würde dann wieder in den Vordergrund rücken.

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