Während Technologieaktien die Märkte dominieren, läuft der Global X SuperDividend ETF in die Gegenrichtung. Der Fonds notiert aktuell bei 24,67 USD — ein Minus von knapp drei Prozent auf Monatssicht. Kein Wunder, dass er kaum Schlagzeilen macht. Genau das könnte sein Vorteil sein.
Kein Big Tech, kein KI-Hype
Seit dem Marktboden Ende März hat Technologie alles andere in den Schatten gestellt. Value-Titel, Zyklik, Hochdividendenwerte — sie alle hinken der KI-Rally hinterher. SDIV spürt das direkt.
Der ETF liegt rund 6,7 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 26,44 USD. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 25,48 USD ist noch 3,2 Prozent entfernt. Der RSI steht bei 42 — technisch angeschlagen, aber noch nicht überverkauft.
Das Portfolio erklärt die Underperformance. SDIV hält 100 gleichgewichtete Positionen aus den Bereichen Financials, Energy und Industrials. Technologie spielt kaum eine Rolle. Drei der fünf größten Positionen sind norwegische Energietitel: Vår Energi ASA, DNO ASA und Aker BP ASA. Hinzu kommen Thai Foods Group und Ithaca Energy.
Gleichgewichtung als Prinzip
Was SDIV strukturell von vielen Dividenden-ETFs unterscheidet: Der zugrundeliegende Index gewichtet alle 100 Positionen gleich. Kein Titel dominiert das Portfolio. Gewinne aus gut gelaufenen Aktien fließen automatisch in zurückgebliebene Titel — ein disziplinierter Mechanismus, der Klumpenrisiken begrenzt.
Das Nettovermögen liegt bei 1,23 Milliarden USD. Monatliche Ausschüttungen hat der Fonds 14 Jahre in Folge geleistet. Die aktuelle Dividendenrendite beträgt 9,29 Prozent.
Was den Fonds antreiben könnte
Analysten stufen SDIV mit Kaufen ein. Sie verweisen auf die niedrige Bewertung, technische Unterstützung und die hohe Ausschüttungsrendite. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 14,5 Prozent — für einen global streuenden Fonds ein moderater Wert.
Zwei Faktoren könnten die Stimmung drehen: eine Ausweitung der Aktienrally über den Technologiesektor hinaus sowie ein schwächerer US-Dollar. Letzterer würde die Erträge aus den internationalen Positionen — darunter Schwellenländer — in Dollar gerechnet aufwerten. Beides ist derzeit nicht ausgemacht, aber auch nicht unwahrscheinlich.
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