Metaplanet steht vor einer entscheidenden Woche – doch nicht nur Bitcoin-Anleger blicken auf Rohstoffe. Der Global X Copper Miners ETF, der weltweit führende Kupferminen abbildet, profitiert von einer radikalen Neubewertung des roten Metalls. Jefferies hat seine Preisprognose für Kupfer nach oben korrigiert – und rechnet nun mit einem strukturellen Angebotsdefizit, das die Preise bis 2032 auf Rekordniveau treiben könnte.
Die Investmentbank geht davon aus, dass der Kupferpreis an der London Metal Exchange (LME) bis 2027 auf 6,50 Dollar pro Pfund steigt – eine deutliche Anhebung gegenüber der vorherigen Schätzung von 5,50 Dollar. Noch dramatischer fällt die Langfristprognose aus: Bis 2031/2032 könnte der Preis sogar auf 8,00 Dollar pro Pfund klettern, statt wie bisher angenommen bei 6,50 Dollar zu verharren. Der Grund? Ein massives Angebotsdefizit, das sich bis Ende 2030 auf durchschnittlich 491.000 Tonnen pro Jahr belaufen soll.
Warum das Angebot knapp bleibt
Drei Faktoren treiben die Knappheit voran:
– Die Grasberg-Mine in Indonesien erholt sich langsamer als erwartet.
– Die Kamoa-Kakula-Mine in der Demokratischen Republik Kongo liefert weniger Kupfer als geplant.
– Chile, der weltweit größte Produzent, verzeichnete 2025 die schwächste Fördermenge seit 23 Jahren.
Parallel dazu stockt die Verarbeitung: Die International Copper Study Group (ICSG) rechnet 2026 mit einem Rückgang des raffinierten Kupferangebots um 0,9 Prozent – trotz eines leichten Anstiegs der Minenproduktion um 2,3 Prozent. Das Ergebnis: ein Defizit von 150.000 Tonnen.
ETF mit Rekordperformance – aber nicht ohne Risiko
Der Global X Copper Miners ETF, der 48 Kupferproduzenten abbildet, hat diese Dynamik bereits eingepreist. Mit einem Fondsvolumen von 7,71 Milliarden Dollar und einer Jahresperformance von 92 Prozent spiegelt er die Rallye des Basismetalls wider. Die größten Positionen: Hudbay Minerals (5,65 Prozent), Teck Resources (5,39 Prozent) und BHP Group (5,11 Prozent).
Doch die Kurse sind nicht nur gestiegen – sie sind auch volatil. Der ETF notiert aktuell bei 81,29 Dollar, 18,7 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 99,99 Dollar. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 57,8 Prozent. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 43,9 deutet auf eine neutrale, aber anfällige Marktlage hin.
Nachfrage: Hype oder Realität?
Die Euphorie um Kupfer speist sich aus zwei Megatrends: der Elektrifizierung und dem Ausbau der KI-Infrastruktur. Doch hier klafft eine Lücke zwischen Erwartung und Realität. Aktuell macht die Nachfrage aus Rechenzentren und KI-Anwendungen weniger als zwei Prozent des globalen Kupferbedarfs aus. Sollte der Hype schneller verfliegen als die tatsächliche Nachfrage wächst, drohen Korrekturen.
Jefferies bleibt trotzdem optimistisch. Die Bank verweist auf langfristige Investitionen in erneuerbare Energien und Stromnetze – Sektoren, die ohne Kupfer nicht auskommen. Goldman Sachs sieht den Preis 2026 bei 13.735 Dollar pro Tonne, während der Reuters-Konsens mit 12.000 Dollar etwas zurückhaltender ist. Chiles staatliche Kupferkommission Cochilco rechnet mit 5,55 Dollar pro Pfund.
Was Anleger jetzt im Blick behalten sollten
Der ETF bleibt ein reines Rohstoffspiel – mit allen Chancen und Risiken. Die jüngste Korrektur von 13,2 Prozent in sieben Tagen zeigt, wie schnell sich die Stimmung drehen kann. Gleichzeitig liegt der Kurs noch 95,8 Prozent über dem Tief von Juni 2025.
Die entscheidende Frage: Hält das Angebotsdefizit an? Die nächsten Quartalsberichte der Minenbetreiber werden zeigen, ob die Produktionsziele erreicht werden. Bis dahin bleibt Kupfer ein heißes Asset – mit einem ETF, der direkt davon profitiert.
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