Im südafrikanischen Ferrochrom-Sektor spitzt sich die Lage für das Glencore-Merafe Chrome Venture zu. Der staatliche Energieversorger Eskom hat eine entscheidende Frist für einen vergünstigten Stromtarif kurzerhand auf den 7. April 2026 verschoben. Damit verlängert sich die monatelange Ungewissheit für Tausende Mitarbeiter, während wichtige Schmelzöfen des Rohstoffriesen weiterhin kalt bleiben.
Gegenangebot auf dem Prüfstand
Ursprünglich hatte Eskom dem Sektor im Februar ein Unterstützungspaket mit einer Stromtarifreduktion von 54 Prozent in Aussicht gestellt. Das Joint Venture, an dem Glencore knapp 80 Prozent hält, lehnte die konkreten Bedingungen allerdings als wettbewerbswidrig und kommerziell nicht tragfähig ab. Am 12. März reichte das Unternehmen ein überarbeitetes Gegenangebot ein. Die nun gewährte Fristverlängerung gibt Eskom eine weitere knappe Woche Zeit, um dieses Konzept zu prüfen und eine für beide Seiten nachhaltige Lösung zu finden.
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Massive Produktionseinbrüche
Die hohen südafrikanischen Energiekosten setzen der Industrie im internationalen Wettbewerb, insbesondere gegenüber wesentlich günstigeren chinesischen Anlagen, massiv zu. Die operativen Folgen für Glencore sind bereits deutlich spürbar: Seit Mai 2025 ruht der Betrieb in den Werken Boshoek, Lion und Wonderkop. Der Produktionsstillstand ließ den Ferrochrom-Ausstoß des Joint Ventures im vergangenen Geschäftsjahr um 63 Prozent auf 112.000 Tonnen einbrechen. Gleichzeitig kletterten die Produktionskosten aufgrund der mangelnden Auslastung um 14 Prozent.
Scheitern die aktuellen Gespräche endgültig, droht die Entlassung von 2.500 Mitarbeitern, die seit der Suspendierung im vergangenen April weiterhin ihr volles Gehalt beziehen. An der Börse wird dieses spezifische regionale Risiko derzeit äußerst gelassen bewertet. Die Aktie notiert mit 6,50 Euro nur hauchdünn unter ihrem erst gestern markierten 52-Wochen-Hoch von 6,52 Euro. Ein Kursplus von knapp 37 Prozent seit Jahresbeginn belegt, dass Investoren den Fokus primär auf das robuste Gesamtgeschäft lenken. Sollte Eskom dem Gegenangebot nächste Woche zustimmen, erfordert die Umsetzung im direkten Anschluss zwingend die finale Genehmigung durch die nationale Energieregulierungsbehörde Nersa.
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