Der Rohstoffkonzern Glencore könnte zu den größten Nutznießern der aktuellen Energiemarktturbulenzen zählen — und das aus einem strukturellen Grund, den Wettbewerber wie Rio Tinto oder BHP schlicht nicht replizieren können. Die Kombination aus eigenem Bergbau und aktivem Rohstoffhandel macht Glencore zum Sonderfall in der Branche.
Zwei Szenarien, eine Richtung
Die Störungen im LNG-Bereich, ausgelöst durch Spannungen rund um die Straße von Hormus, treiben die Nachfrage nach Thermalkohle als Ersatzenergieträger. Bloomberg Intelligence schätzt, dass die Unterbrechungen zwischen 40 und 60 Millionen Tonnen an Gas-zu-Kohle-Umstellungen in Europa und Asien anstoßen könnten. Newcastle-Kohle-Futures notieren derzeit rund 42 Prozent über dem Marktkonsens — und in einem anhaltenden Störungsszenario von drei oder mehr Monaten könnten die Preise laut Bloomberg Intelligence zwischen 185 und 245 US-Dollar je Tonne klettern.
Glencores Handelsabteilung profitiert dabei besonders. Durch sein weitreichendes Logistiknetzwerk kann der Konzern Energieladungen umleiten und Arbitragemöglichkeiten bei Kohle, Öl und Gas nutzen — Margen, die reine Bergbaukonzerne nicht erzielen können.
Bloomberg Intelligence warnt allerdings vor allzu großer Euphorie: Analyst Alon Olsha betont, dass die Bedingungen der außerordentlichen Kohlerallye von 2022 heute weitgehend fehlen. Die europäische Kohlekapazität ist seitdem gesunken, nordostasiatische Versorger sind an bestehende LNG-Verträge gebunden, und viele asiatische Stromsysteme sind ohnehin bereits stark kohleabhängig.
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Gewinnpotenzial und Ausschüttungen
Im anhaltenden Konfliktszenario sieht Bloomberg Intelligence Glencores Jahresgewinn bei bis zu 20 Milliarden US-Dollar — ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich oberhalb der langfristigen Ertragsguidance von 2,3 bis 3,5 Milliarden US-Dollar. Das erinnert an die Phase Anfang 2022, als sich die Marketinggewinne des Konzerns gegenüber normalisierten Niveaus verdoppelten.
Auf der Ausschüttungsseite hat Glencore bereits gehandelt: Im Februar wurde eine Basisdividende von 10 Cent je Aktie angekündigt, hinzu kommt eine Zusatzdistribution von 800 Millionen US-Dollar — finanziert unter anderem durch die geplante Monetarisierung der Beteiligung am Agrarhändler Bunge Global. Insgesamt fließen 2 Milliarden US-Dollar an die Aktionäre, die erste Tranche mit Ex-Dividenden-Datum am 8. Mai 2026.
Die Aktie selbst hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 108 Prozent zugelegt und notiert nahe ihrem 52-Wochen-Hoch. Am 30. April folgt der Produktionsbericht für das erste Quartal — Anleger werden dabei vor allem auf die Kohle- und Kupfersegmente schauen, die aktuell unterschiedliche Signale liefern.
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