Kupfer kostet so viel wie nie. Glencore aber hat seine Förderziele für 2026 gesenkt. Dieser Widerspruch ist der Kern der aktuellen Investitionsgeschichte rund um den britisch-schweizerischen Bergbaukonzern.
Der Kupferpreis kletterte zu Wochenbeginn auf über 11.400 US-Dollar pro Tonne. Glencore profitiert davon — die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 32 Prozent zugelegt und notiert mit 6,28 Euro deutlich über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Allerdings liegt das Papier knapp vier Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom März. Der RSI von 23 signalisiert, dass der Titel kurzfristig überverkauft wirkt.
Gesenkte Ziele, hohe Preise
Das Management hat die Kupfer-Förderziele für 2026 auf 810.000 bis 870.000 Tonnen präzisiert. Das ist weniger als in früheren Jahren. Hintergrund sind operative Schwierigkeiten, unter anderem in der Collahuasi-Mine in Chile. Chinesische Kupferhütten melden zwar Rekordproduktion — das Angebot an Konzentraten bleibt weltweit aber knapp. Das stützt die Preise, hilft Glencore aber nur bedingt, wenn die eigene Förderung hinter dem Marktpotenzial zurückbleibt.
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Was am 30. April zählt
Am 30. April veröffentlicht Glencore seinen Quartalsbericht zur Produktion. Der Markt will wissen: Hält das Unternehmen seine konservative Guidance — oder gibt es positive Abweichungen?
Langfristig plant Glencore eine deutliche Kapazitätssteigerung. Bis 2035 will der Konzern jährlich rund 1,6 Millionen Tonnen Kupfer fördern. Ein Schritt dorthin ist die geplante Wiederaufnahme der Alumbrera-Mine in Argentinien im vierten Quartal 2026. Parallel läuft eine operative Überprüfung, die bis Ende 2025 Einsparungen von rund einer Milliarde US-Dollar bringen soll.
Am 28. Mai folgt die Hauptversammlung. Dort dürfte das Management weitere Details zur Kapitalallokation und zur Rohstoffstrategie liefern — zwei Themen, die Investoren nach dem starken Kursanstieg des vergangenen Jahres genau verfolgen werden.
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