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Gerresheimer Aktie: Verlust, Dividendenausfall, Prognosekürzung

Gerresheimer meldet für 2025 einen Nettoverlust von 320 Millionen Euro und streicht die Dividende. Der Ausblick für 2026 wurde bereits gesenkt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Nettoverlust von 320 Millionen Euro
  • Dividende für 2025 komplett gestrichen
  • Prognose für Umsatz und Marge gesenkt
  • Refinanzierung und Centor-Verkauf geplant

Ein Jahresabschluss, auf den Anleger monatelang warten mussten — und der nun gleich mit mehreren unangenehmen Botschaften kommt. Gerresheimer hat heute seinen testierten Konzernabschluss 2025 veröffentlicht und dabei einen Nettoverlust, den Ausfall der Dividende sowie einen gesenkten Ausblick für 2026 bekannt gegeben.

Wie tief geht der Verlust?

Unterm Strich steht für 2025 ein Verlust von rund 320 Millionen Euro — nach einem Gewinn von gut 82 Millionen Euro im Vorjahr. Je Aktie entspricht das einem Minus von 9,27 Euro. Verantwortlich dafür sind nicht-zahlungswirksame Wertminderungen und Abschreibungen von insgesamt über 520 Millionen Euro sowie Restrukturierungskosten von rund 72 Millionen Euro. Besonders hart traf es Technologieprojekte der Sensile Medical AG, Firmenwerte und die Vermögenswerte des Moulded-Glass-Werks in Chicago Heights — dieses wird zum Ende des Geschäftsjahres 2026 geschlossen.

Der Umsatz stieg durch die erstmalige Konsolidierung von Bormioli Pharma auf 2,3 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA sank leicht auf 384 Millionen Euro, die entsprechende Marge auf 16,8 Prozent — nach 19,4 Prozent im Vorjahr. Die Dividende für 2025 fällt vollständig aus.

Prognose für 2026 bereits nach unten korrigiert

Kaum ist der Abschluss da, folgt die nächste schlechte Nachricht: Gerresheimer erwartet für 2026 beim Umsatz nur noch die untere Hälfte der bisherigen Zielspanne von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge soll nun 17 bis 18 Prozent erreichen, statt der zuvor anvisierten 18 bis 19 Prozent. Jefferies-Analyst Christopher Richardson zufolge lag der Marktkonsens bislang bei 19 Prozent — die Lücke zur neuen Unternehmenserwartung ist also spürbar.

Hinzu kommt ein negativer Free Cashflow von 50 bis 100 Millionen Euro für 2026, wo ursprünglich ein moderat positiver Wert geplant war. Als Gründe nennt das Unternehmen kundenseitige Projektverschiebungen, operative Anlaufprobleme und ein reduziertes Factoring-Volumen.

Refinanzierung als nächster Schritt

Das Testat selbst enthält einen Hinweis, der aufhorchen lässt: Der Wirtschaftsprüfer hebt die Bedeutung des Centor-Verkaufs sowie einer anstehenden Refinanzierung für die künftige Finanzlage hervor. Gerresheimer hat Lazard als Finanzberater mandatiert und plant den Abschluss der Fremdkapital-Refinanzierung noch in diesem Jahr. Der Verkauf der US-Tochter Centor soll ebenfalls bis Ende 2026 vollzogen sein.

Der verzögerte Abschluss — ausgelöst durch Buchungsfehler, eine BaFin-Untersuchung und eine zusätzliche externe Wirtschaftsprüfung — hat Gerresheimer bereits den SDAX-Platz gekostet. Die Hauptversammlung, auf der Anleger nun Fragen stellen können, ist für den 1. September 2026 angesetzt.

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