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Gerresheimer Aktie: Rauswurf und Übernahmefieber

Der Pharmazulieferer Gerresheimer verliert seinen SDAX-Platz aufgrund von Bilanzunregelmäßigkeiten, während Spekulationen über ein milliardenschweres US-Übernahmeangebot die Aktie beflügeln.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • SDAX-Ausschluss wegen Bilanzskandals und Prüfung
  • Spekulationen über Übernahmeangebot mit hoher Prämie
  • BaFin weitet Ermittlungen gegen Unternehmen aus
  • Testierte Jahresabschlüsse erst im Juni erwartet

Am heutigen Montag verliert der Pharmazulieferer Gerresheimer seinen Platz im SDAX. Verantwortlich dafür ist ein handfester Bilanzskandal rund um zu früh verbuchte Umsätze und fehlende Jahresabschlüsse. Paradoxerweise reagierten Anleger zuletzt mit aggressiven Käufen auf die Papiere, angetrieben von Spekulationen über eine US-Übernahme mit massiver Prämie.

BaFin-Prüfung und verletzte Kreditverträge

Die Finanzaufsicht BaFin hat ihre Untersuchungen gegen das Unternehmen Anfang März nochmals ausgeweitet. Eine unabhängige Kanzlei stellte zuvor fest, dass Umsätze systematisch zu früh erfasst wurden und damit klar gegen IFRS-Vorschriften verstoßen. Die Folgen wiegen schwer: Gerresheimer erwartet nicht-zahlungswirksame Wertminderungen von bis zu 240 Millionen Euro, unter anderem für das Werk in Chicago Heights.

Zudem verletzt die Verzögerung der testierten 2025er-Zahlen Pflichten aus laufenden Finanzierungsverträgen. Das Management befindet sich deshalb in direkten Gesprächen mit den Kreditgebern. Aktuell prüfen KPMG und Grant Thornton die Bücher, belastbare Ergebnisse werden erst für Juni erwartet.

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US-Konzern plant angeblich Milliardenofferte

Mitten in dieser fundamentalen Krise sorgten Berichte der Nachrichtenagentur Reuters für extreme Kursausschläge. Der US-Verpackungskonzern Silgan Holdings arbeitet demnach an einem Übernahmeangebot von über 40 Euro je Aktie. Das entspräche einem Aufschlag von weit über 100 Prozent auf das aktuelle Kursniveau von 19,02 Euro. Bereits am Freitag war der Titel im Vorfeld des SDAX-Abstiegs um mehr als 21 Prozent nach oben geschossen.

An der Seitenlinie bringen sich derweil verschiedene Akteure in Stellung. Während die Aktionärsschützer der DSW Schadensersatzansprüche gegen ehemalige Vorstände prüfen, bauten Investoren wie Deka Investment neue Positionen auf.

Testierter Abschluss als Nadelöhr

Für das laufende Jahr stellt das Management zwar einen Umsatz von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent in Aussicht. Diese Prognose steht allerdings unter dem massiven Vorbehalt der laufenden Buchprüfungen. Bis zur geplanten Vorlage der testierten Abschlüsse im Juni 2026 bestimmen der Ausgang der Kreditgespräche und die BaFin-Ermittlungen das reale Risiko. Gleichzeitig erzeugt der heutige Indexausschluss zusätzlichen strukturellen Verkaufsdruck durch passive Fonds, die ihre Portfolios zwingend anpassen müssen.

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