Goldman Sachs baut bei Gerresheimer weiter auf. Die US-Investmentbank hält nun 20,03 Prozent der Stimmrechte an dem Pharmaverpackungsspezialisten. Das geht aus einer Stimmrechtsmitteilung vom 5. Juni hervor.
Die Position teilt sich auf: 10,41 Prozent direkte Stimmrechte aus Aktien, 9,63 Prozent Stimmrechte durch Instrumente. Im Vergleich zur vorherigen Meldung mit 19,98 Prozent ist das ein weiterer Ausbau. Ein solcher Schritt eines Großinvestors wird am Markt oft als Vertrauenssignal gewertet.
Zwischen Aufstockung und Bilanzsorgen
Der Zeitpunkt ist heikel. Gerresheimer kämpft mit bilanziellen Altlasten. Die Abschlussprüferaufsichtsstelle (APAS) hat ein Verfahren gegen KPMG eingeleitet. Die BaFin prüft mögliche Bilanzierungsfehler – es geht um Bewertungsfragen von Geschäftswerten und um „Bill-and-Hold“-Transaktionen, bei denen Umsätze offenbar zu früh verbucht wurden. Der Aktionärsschutzverband DSW prüft Schadenersatzansprüche gegen frühere Vorstandsmitglieder.
Die Geschäftswerte in Höhe von 676 Millionen Euro stehen im Fokus. Das Vertrauen der Anleger leidet, auch wenn sich Gerresheimer auf der Finanzierungsseite Luft verschafft hat.
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Die Aktie notiert am Freitag bei 25,94 Euro. Das 52-Wochen-Hoch von 50,25 Euro liegt knapp 48 Prozent entfernt, das Jahresminus beträgt 6,4 Prozent. Auf Zwölfmonatssicht steht ein Kursverlust von 47,6 Prozent zu Buche. Technisch überquerte der Kurs am 5. Juni die 200-Tage-Linie nach unten – ein Verkaufssignal für Charttechniker.
Strategischer Neustart in Sicht
Trotz der Altlasten arbeitet Gerresheimer an der Zukunft. Das Unternehmen treibt die Abspaltung und den Verkauf des Formglasgeschäfts voran. Das Ziel: sich stärker auf das Kerngeschäft als System- und Lösungsanbieter für die Pharmaindustrie zu konzentrieren.
Der Halbjahresfinanzbericht wird für Juli 2026 erwartet. Wie sich die Bilanzuntersuchungen entwickeln, bleibt offen. Goldman Sachs setzt jedenfalls weiter auf Gerresheimer – trotz der Unsicherheiten.
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