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Gerresheimer Aktie: Abgang mit Folgen

Gerresheimer verliert SDAX-Platz wegen verspätetem Jahresabschluss. Die BaFin beanstandet Bilanzierungsfehler, geprüfte Zahlen sind frühestens im Juni zu erwarten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Ausschluss aus dem SDAX-Index ab 10. April 2026
  • BaFin wirft dem Unternehmen Bilanzierungsfehler vor
  • Geprüfte Abschlüsse frühestens im Juni erwartet
  • Aktie notiert deutlich unter Jahreshoch

Der SDAX-Rauswurf war absehbar — doch was folgt danach, könnte die eigentliche Belastungsprobe werden. Ab dem 10. April 2026 ist Gerresheimer offiziell kein Mitglied des deutschen Nebenwerteindex mehr. Grund: Der testierte Jahres- und Konzernabschluss für 2024/2025 lag bis zum gesetzlichen Stichtag 31. März nicht vor — ein Verstoß gegen die Basiskriterien der DAX-Indexmethodologie.

Bilanzprüfung zieht sich bis mindestens Juni

Hinter der Verzögerung steckt mehr als ein Terminproblem. Die BaFin wirft dem Unternehmen konkrete Bilanzierungsfehler vor, deren Aufarbeitung eine vertiefte Prüfung erfordert. Geprüfte Zahlen werden frühestens im Juni 2026 erwartet. Die Kettenreaktion ist bereits in Gang: Die Quartalsmitteilung für Q1 2026 wurde verschoben, die ursprünglich für den 3. Juni geplante Hauptversammlung kann nicht wie vorgesehen stattfinden. Zusätzlich hat die Abschlussprüferaufsichtsstelle APAS ein Verfahren gegen KPMG eingeleitet — der Wirtschaftsprüfer hatte einen zuvor fehlerhaften Abschluss uneingeschränkt testiert.

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Pflichtverkäufe als nächste Hürde

Mit dem Indexausschluss entstehen für institutionelle Anleger, deren Mandate an Indexmitgliedschaften gebunden sind, technische Verkaufspflichten. Das erhöht den Druck auf eine Aktie, die seit Jahresbeginn bereits rund 37 Prozent verloren hat und aktuell knapp 73 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch notiert. Der Platz im SDAX geht an die Shelly Group SE, einen bulgarischen Smart-Home-Spezialisten — für Gerresheimer eine weitere symbolische Zäsur.

Sollten die Wirtschaftsprüfer im Juni testierte Zahlen vorlegen und die BaFin-Beanstandungen ausgeräumt werden, wäre das zumindest eine Grundlage für Stabilisierung. Eine erneute Verzögerung hingegen dürfte den Verkaufsdruck weiter verstärken.

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