O’Reilly Automotive will offenbar zugreifen. Der Autoteile-Händler hat nach Informationen aus Unternehmenskreisen ein Barangebot für die Automotive-Sparte von Genuine Parts vorgelegt – ein Volumen von zehn Milliarden Dollar oder mehr steht im Raum.
Die Nachricht ließ den Aktienkurs kräftig steigen. Am Freitag schloss das Papier bei 113,50 Euro, ein Plus von gut zehn Prozent innerhalb einer Woche. Die Aktie notiert damit rund 43 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief, liegt aber noch etwa zehn Prozent unter dem Jahreshoch.
Angebot mit offenem Ausgang
Ein Abschluss könnte laut den mit der Sache vertrauten Kreisen bis zum Ende des Sommers stehen. Genuine Parts selbst wollte die Berichte nicht kommentieren. Dass der Deal wirklich zustande kommt, ist keineswegs sicher. Das Unternehmen könnte die Sparte auch behalten oder wie geplant per Spin-off abtrennen. Zudem könnte ein weiterer Bieter auf den Plan treten.
Strategische Wende unter Investorendruck
Der Vorstoß von O’Reilly trifft auf eine Situation, die seit Monaten in Bewegung ist. Bereits im Februar 2026 kündigte Genuine Parts die Aufspaltung in zwei eigenständige, börsennotierte Firmen an – eine steuerfreie Transaktion bis zum ersten Quartal 2027. Die Automotive-Sparte mit der Marke NAPA erzielte 2025 rund 15 Milliarden Dollar Umsatz, die Industriesparte Motion etwa neun Milliarden.
Den Anstoß für die Trennung gab der aktivistische Investor Elliott Investment Management. Sein Argument: Der Aktienkurs spiegele den Wert der beiden Geschäfte nicht wider. Mit dem O’Reilly-Angebot bekommt diese Einschätzung nun zusätzliches Gewicht.
Ausblick auf den Juli
Die zweite Quartalshälfte dürfte entscheidend werden. Genuine Parts legt im Juli seine Quartalszahlen vor – ein Termin, an dem das Management voraussichtlich auch zum Stand der Verhandlungen und zur weiteren Strategie Stellung nehmen wird. Ob Verkauf, Spin-off oder ein Verbleib der Sparte im Konzern: die Richtung dürfte sich in den kommenden Wochen klären.
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