Mehr Umsatz, weniger Gewinn: Genmab hat im dritten Quartal kräftig in die eigene Pipeline investiert und das spiegelt sich unter dem Strich wider. Die Prognose für 2026 bleibt trotzdem unverändert.
Kosten drücken den Gewinn
Der Umsatz stieg im dritten Quartal auf 1,187 Milliarden Dollar, nach 1,022 Milliarden Dollar im Vorjahr. Der Nettogewinn fiel dagegen auf 342 Millionen Dollar, nach 401 Millionen Dollar. Je Aktie bleiben 5,58 Dollar nach zuvor 6,46 Dollar.
Über die ersten neun Monate legte der Umsatz um 22 Prozent auf 3,238 Milliarden Dollar zu. Treiber waren vor allem höhere Lizenzeinnahmen aus Darzalex und Kesimpta sowie die steigenden Verkäufe von Epkinly. Dessen weltweiter Nettoumsatz wuchs um 47 Prozent auf 491 Millionen Dollar.
Der Nettogewinn der neun Monate sank auf 698 Millionen Dollar, nach 932 Millionen Dollar. Die operativen Kosten stiegen um 35 Prozent. Genmab investiert in die Entwicklung von Rina-S und Petosemtamab und baut parallel dazu die Vermarktung für mögliche Markteinführungen aus. Hinzu kommen Integrationskosten für die Übernahme von Merus sowie höhere Abschreibungen auf erworbene Technologie.
Bereinigt um diese Sonderposten fällt das Bild freundlicher aus: Der operative Gewinn kletterte auf 1,108 Milliarden Dollar, nach 1,016 Milliarden Dollar. Nach IFRS lag er mit 986 Millionen Dollar knapp unter dem Vorjahreswert.
Pipeline liefert
Die Kostenseite hat einen Hintergrund. Im Oktober meldete Genmab positive Topline-Ergebnisse aus drei Phase-3-Studien. Epcoritamab erreichte in Kombination mit R-CHOP bei neu diagnostiziertem DLBCL sein Studienziel. Rina-S verbesserte bei platinresistentem Eierstockkrebs das progressionsfreie Überleben statistisch signifikant. Petosemtamab erfüllte beim Kopf-Hals-Tumor in der Erstlinie beide primären Endpunkte.
Zudem erhielt Epcoritamab in der EU und in Japan die Zulassung in Kombination mit R² bei follikulärem Lymphom. Firmenchef Jan van de Winkel sprach von einem datenreichen Schlussquartal. Er stellt mehrere Zulassungsanträge und mögliche Markteinführungen für 2027 in Aussicht.
Prognose bleibt stehen
Für 2026 bestätigt Genmab die im August veröffentlichte Prognose. Der Umsatz soll zwischen 4,33 und 4,53 Milliarden Dollar liegen, getragen von höheren Lizenzeinnahmen, Produktverkäufen und Kooperationserlösen.
An der Nasdaq notierte die Aktie nach Veröffentlichung zeitweise rund 2,2 Prozent im Minus bei 53,89 Dollar. Die Anleger quittieren damit offenbar den Gewinnrückgang. Die nächsten Kursimpulse dürften von den angekündigten Gesprächen mit Zulassungsbehörden kommen, die Genmab und AbbVie für Epcoritamab sowie Genmab für Rina-S und Petosemtamab planen.
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