Neue klinische Daten sorgen für Bewegung beim dänischen Biotech-Konzern. Genmab präsentierte auf dem EHA-Kongress vielversprechende Ergebnisse zu seinem Krebsmedikament Epcoritamab – und das genau zum richtigen Zeitpunkt.
Die Aktie schloss am Freitag bei 219,90 Euro und legte auf Wochensicht um 1,34 Prozent zu. Auf längere Sicht bleibt der Druck aber hoch. Seit Jahresbeginn verlor das Papier knapp 20 Prozent. Zuletzt fehlte dem Kurs die Richtung: Der RSI liegt mit 49,7 Punkten genau im neutralen Bereich.
Überzeugende Daten bei aggressivem Lymphom
Im Zentrum der positiven Nachrichten stehen zwei Studien zur Erstlinienbehandlung des diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL). Die Phase-2-Studie EPCORE DLBCL-3 zeigte bei älteren Patienten mit Monotherapie eine Ansprechrate von 67 Prozent. Eine vollständige Remission erreichten 58 Prozent der Probanden.
Noch deutlicher fielen die Zahlen in der Kombinationstherapie aus. Die Phase-1b/2-Studie EPCORE NHL-2 testete Epcoritamab zusammen mit R-mini-CHOP. Ergebnis: Die Ansprechrate stieg auf 93 Prozent, die Rate der vollständigen Remissionen auf 86 Prozent.
Judith Klimovsky, Entwicklungschefin bei Genmab, sprach von robusten Daten für beide Behandlungsansätze. Das Unternehmen sehe Epcoritamab als potenzielle Basis-Therapie bei B-Zell-Erkrankungen. Die Ergebnisse der ersten Studie erschienen zeitgleich im Fachblatt „The Lancet Haematology“.
Unternehmensentwicklung bleibt im Blick
Neben den Studiendaten gab es Routinevorgänge. Genmab gewährte Mitarbeitern Mitte Juni Aktienoptionen in Form von Restricted Stock Units und Warrants. Zudem erhöhte sich das Grundkapital durch die Ausübung von Mitarbeiteroptionen minimal um 185 Aktien – eine Anpassung unter 0,001 Prozent.
Der Aktienkurs notiert rund 28 Prozent unter dem Januar-Hoch von 306,20 Euro. Das Tief aus dem Juni bei 203 Euro liegt dagegen gut acht Prozent unter dem aktuellen Niveau.
Die nächsten Wochen dürften zeigen, ob die klinische Dynamik den Kurs nachhaltig stützen kann. Am stärksten hängt die weitere Entwicklung an den Fortschritten der gesamten Produktpipeline. Die aktuellen Epcoritamab-Daten geben dafür ein klares Signal. Allerdings bleibt die Stimmung im Biotech-Sektor insgesamt angespannt. Neue Rücksetzer sind jederzeit möglich – ebenso wie eine Trendwende, wenn weitere Studienergebnisse positiv ausfallen.
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