General Mills hat am Donnerstag seinen vollständigen Jahresbericht sowie die Unterlagen für die kommende Hauptversammlung eingereicht. Der Abschluss für das Geschäftsjahr 2026 verdeutlicht die aktuellen Herausforderungen des US-Lebensmittelriesen, der mit rückläufigen organischen Umsätzen und einer vorsichtigen Prognose für das kommende Jahr konfrontiert ist. Das Management bereitet zudem strategische Anpassungen in der Unternehmensführung vor.
Rückgang bei organischem Umsatz und Gewinn
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2026 erwirtschaftete General Mills einen Nettoumsatz von 18,4 Milliarden US-Dollar. Wie aus den Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht hervorgeht, lag der bereinigte operative Gewinn bei 2,8 Milliarden US-Dollar, während das bereinigte verwässerte Ergebnis je Aktie (EPS) 3,55 US-Dollar erreichte.
Trotz eines freien Cashflows von rund 1,6 Milliarden US-Dollar zeigten die operativen Kennzahlen Schwächen: Der organische Nettoumsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent. Auf währungsbereinigter Basis mussten sowohl der operative Gewinn als auch das EPS Rückgänge von jeweils 16 Prozent hinnehmen.
Parallel dazu kündigte das Unternehmen die ordentliche Hauptversammlung für den 29. September an, die in diesem Jahr ausschließlich online stattfinden soll. Stimmberechtigt sind alle Aktionäre, die zum Stichtag am 3. August Anteile hielten. Neben den üblichen Regularien plant der Konzern eine Modernisierung der internen Richtlinien.
Strategische Anpassungen und Hauptversammlung
Gestern wurde zudem durch Medienberichte bekannt, dass das Management die Zustimmung der Aktionäre für weitreichende Satzungsänderungen einholen möchte. Diese betreffen unter anderem den Haftungsschutz für Führungskräfte sowie die Festlegung von US-Bundesgerichten als exklusiven Gerichtsstand für bestimmte wertpapierrechtliche Verfahren. Diese Schritte zielen darauf ab, die rechtliche Stabilität des Konzerns in einem komplexen regulatorischen Umfeld zu stärken.
Um das operative Geschäft wieder anzukurbeln, setzt General Mills verstärkt auf Innovationen im Sortiment. Zuletzt hob das Unternehmen neue Aktivitäten bei seinen Pizza Rolls hervor, darunter die Einführung der Sorte „Blasted Pizza Rolls“ sowie die Rückkehr der „Cheeseburger Pizza Rolls“. Diese Produktinitiativen sollen dazu beitragen, die Marktanteile in den Kernsegmenten des US-Einzelhandels zu verteidigen.
Herausforderndes Marktumfeld und Ausblick
Für das laufende Geschäftsjahr 2027 gab das Unternehmen bereits eine vorsichtige Richtung vor. In einer Telefonkonferenz wurde ein weiterer Rückgang des bereinigten operativen Gewinns um 8 bis 13 Prozent auf währungsbereinigter Basis prognostiziert. Das bereinigte verwässerte Ergebnis je Aktie wird in einer Spanne von 3,00 bis 3,20 US-Dollar erwartet. Damit bleibt der Druck auf die Profitabilität vorerst bestehen, da Kostenfaktoren und ein verändertes Konsumverhalten die Margen belasten.
An der Börse spiegeln die Kurse die Skepsis der Anleger wider. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie bereits ein Minus von 16 Prozent. Mit einem aktuellen Kurs von 33,82 Euro notiert der Wert rund 23 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Belastet wurde das Sentiment zusätzlich durch eine umfangreiche Rückrufaktion am 3. August.
Medienberichten zufolge musste die Tochtermarke Pillsbury mehr als 735.000 Teigrollen zurückrufen, da eine mögliche Kontamination mit Glasfragmenten in den in-store Bäckereien bei Walmart befürchtet wurde. Trotz solider Quartalsgewinne bleibt die Stimmung angesichts der operativen Hürden verhalten.
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