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Geely Aktie: Zwischen Rekordzahlen und Betrugsermittlung

Chinas Autoriese Geely verzeichnet Halbjahresumsatzplus von 27% und Absatzsprung von 47%, während US-Anwälte mutmaßliche Bilanzmanipulationen bei Elektromarke Zeekr untersuchen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatzwachstum von 27% auf 150,3 Mrd. Yuan
  • Elektroauto-Verkäufe mehr als verdoppelt
  • US-Ermittlungen zu Bilanzmanipulationsvorwürfen
  • HSBC erhöht Kursziel auf 30 HK-Dollar

Der chinesische Autoriese Geely präsentiert beeindruckende Halbjahreszahlen – doch gleichzeitig verdunkelt ein Ermittlungsverfahren gegen seine Premium-Elektromarke Zeekr die Stimmung. Während die Verkaufszahlen für Elektroautos explodieren, ermittelt eine US-Anwaltskanzlei wegen mutmaßlicher Bilanzmanipulationen. Steht Geely vor seinem bislang größten Skandal oder kann das Unternehmen die Krise meistern?

Explosives Wachstum trotz Widrigkeiten

Die Zahlen für das erste Halbjahr 2025 lesen sich wie der Traum jedes Automobilmanagers: Ein Umsatzplus von 27 Prozent auf umgerechnet 150,3 Milliarden Yuan und ein Absatzsprung von 47 Prozent auf 1,4 Millionen Fahrzeuge. Der eigentliche Star der Bilanz sind jedoch die Elektrofahrzeuge, deren Verkäufe sich mehr als verdoppelten und damit erstmals die Mehrheit der Gesamtverkäufe stellen.

Besonders die Geely Galaxy-Serie entwickelte sich zum Verkaufsschlager mit einem Wachstum von über 230 Prozent. Angesichts dieser Performance erhöhte der Konzern im Juli sein Jahresziel von 2,71 auf 3 Millionen Einheiten – ein klares Signal des Selbstbewusstseins.

Dunkle Wolken am Horizont

Doch parallel zum operativen Erfolg ermittelt die Anwaltskanzlei Pomerantz LLP wegen möglichen Wertpapierbetrugs. Auslöser ist ein Reuters-Bericht vom Juli 2025, der Zeekr vorwirft, in den vergangenen Jahren Verkaufszahlen manipuliert zu haben.

Laut den Vorwürfen sollen Fahrzeuge vor dem eigentlichen Verkauf versichert worden sein, um sie früher in den Büchern verbuchen zu können. Diese Praxis hätte es ermöglicht, aggressive monatliche und quartalsweise Verkaufsziele zu erreichen. Die Nachricht ließ den Aktienkurs damals deutlich einbrechen.

Analysten halten trotzdem zu Geely

Interessanterweise scheinen die Analysten den operativen Erfolg höher zu gewichten als die rechtlichen Risiken. Die HSBC erhöhte im August ihre Gewinnschätzung für 2025 um 11 Prozent und hob das Kursziel von 26,00 auf 30,00 Hongkong-Dollar an.

Die Begründung: Die Bank erwartet einen starken neuen Elektroauto-Zyklus und setzt weiterhin auf die Wachstumsstory des Unternehmens. Offenbar vertraut man darauf, dass Geely die Krise managen kann und das fundamentale Geschäft unberührt bleibt.

Die Geely-Aktie steht damit an einem Scheideweg: Einerseits das operative Kraftpaket mit beeindruckenden Elektroauto-Zahlen, andererseits die rechtliche Unwägbarkeit der Zeekr-Ermittlungen. Ob die Wachstumsstory am Ende stärker ist als die Skandalisierung, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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Diskussion zu Geely

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.