Der Anlagenbauer GEA hat im zweiten Quartal 2026 eine deutliche Steigerung bei Umsatz und Auftragseingang erzielt. Angesichts der positiven Geschäftsentwicklung korrigierte das Management seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr nach oben. Parallel dazu beginnt am heutigen Dienstag die erste Tranche eines umfangreichen Aktienrückkaufprogramms.
Zweistelliges Wachstum und operative Rekordwerte
Im Zeitraum von April bis Juni verzeichnete GEA ein organisches Umsatzwachstum von 11,0 Prozent. Der nominale Umsatz stieg um 10,0 Prozent auf 1.442,5 Millionen Euro, verglichen mit 1.311,8 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Besonders kräftig legte der Auftragseingang zu, der mit einem Plus von 14,2 Prozent auf 1.494,7 Millionen Euro kletterte. Organisch betrug das Wachstum in diesem Bereich sogar 15,4 Prozent.
Die Profitabilität des Konzerns verbesserte sich ebenfalls signifikant. Das operative EBITDA vor Restrukturierung kletterte um 15,6 Prozent auf 250,6 Millionen Euro. Dies entspricht einer EBITDA-Marge von 17,4 Prozent, nach 16,5 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Der Konzerngewinn stieg um 13,8 Prozent auf 121,8 Millionen Euro an. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war Medienberichten zufolge auch das Servicegeschäft, dessen Umsatz um 8,5 Prozent auf 570,6 Millionen Euro zulegte.
Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung des Cashflows. Der Free Cashflow erreichte mit 151,1 Millionen Euro ein Sechs-Jahres-Hoch, nachdem er im Vorjahresquartal lediglich 38,0 Millionen Euro betragen hatte. Die Nettoliquidität belief sich zum Quartalsende auf 70,9 Millionen Euro, womit das Unternehmen die Nettoverschuldung von 59,8 Millionen Euro aus dem Vorjahr vollständig abbauen konnte.
Anhebung der Jahresziele und Start des Aktienrückkaufs
Auf Basis der starken Halbjahreszahlen hat GEA die Prognose für das Gesamtjahr 2026 angehoben. Für das organische Umsatzwachstum wird nun eine Spanne von 6,0 bis 8,0 Prozent erwartet, nachdem zuvor 5,0 bis 7,0 Prozent in Aussicht gestellt worden waren.
Die bereinigte EBITDA-Marge wird im Korridor von 17,0 bis 17,4 Prozent gesehen (zuvor 16,6 bis 17,2 Prozent). Auch beim Return on Capital Employed (ROCE) zeigt sich das Management mit einer Zielspanne von 36,0 bis 40,0 Prozent zuversichtlich.
Zusätzlich zur operativen Stärke setzt GEA auf eine verstärkte Kapitalrückführung an die Aktionäre. Am heutigen Dienstag startet die erste Tranche des neuen Aktienrückkaufprogramms. Dieses hat insgesamt ein Volumen von bis zu 500 Millionen Euro. In der ersten Phase sollen bis März 2027 eigene Anteile für bis zu 250 Millionen Euro zurückgekauft werden, wobei maximal 12 Millionen Aktien erworben werden dürfen.
Analystenstimmen und Marktreaktion
Die Analysten bewerten den Zwischenbericht unterschiedlich. Akash Gupta von JPMorgan stufte die Ergebnisse als durchwachsen ein, merkte jedoch an, dass der Bericht im Rahmen der bereits bekannten Eckdaten liege. Positiver äußerte sich Adrian Pehl von Oddo BHF, der die Zahlen als solide bezeichnete.
An der Börse wurde die Nachricht gestern freundlich aufgenommen, auch wenn die Kursgewinne zum Handelsschluss etwas schrumpften. Das Papier beendete den Montagshandel bei 64,30 Euro. Seit Jahresbeginn konnte der Wert damit eine Performance von 11,63 Prozent erzielen. Damit notiert die Aktie aktuell etwa 4,46 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 67,30 Euro.
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