Nach der Vorlage der aktuellen Geschäftszahlen rückt bei der Gabler Group die künftige Wachstumsstrategie in den Fokus. Das Management des im Unterwassermarkt tätigen Unternehmens plant, die Marktposition durch gezielte Akquisitionen auszuweiten.
Wie CEO David Schirm und CSO Ole Johannsen im Rahmen eines Earnings Calls am vergangenen Dienstag erläuterten, sucht die Gesellschaft aktiv nach kleineren, bereits profitablen Technologieunternehmen. Eine entsprechende Transaktion soll nach den Plänen des Vorstands noch bis Ende 2026 angekündigt oder abgeschlossen werden, während die operative Integration für das Geschäftsjahr 2027 vorgesehen ist.
Strategische Akquisitionen bis zum Jahresende geplant
Die angekündigte M&A-Strategie ist Teil des Vorhabens, das mittelfristige Umsatzziel von über 100 Millionen Euro zu erreichen. Dabei setzt die Gabler Group auf Unternehmen, die das bestehende Technologieportfolio ergänzen und sofort zum Konzernergebnis beitragen können. Diese Expansionspläne folgen auf eine Phase der operativen Stabilisierung und dem Ausbau der internationalen Marktpräsenz.
An der Börse spiegelte sich die Nachrichtenlage der letzten Tage in einer moderaten Korrektur wider. Am Freitag schloss das Papier mit einem Minus von 1,5 Prozent bei 39,60 Euro. Damit notiert der Anteilsschein aktuell 25 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Mitte März bei 52,80 Euro markiert wurde. Marktbeobachter führen die jüngste Kursentwicklung unter anderem auf Gewinnmitnahmen nach der Bestätigung der Jahresziele zurück.
Hoher Auftragsbestand sichert Jahresprognose ab
Ein wesentlicher Pfeiler für die künftige Entwicklung ist der massive Auftragsbestand, der zum Ende des ersten Halbjahres 2026 auf 390,4 Millionen Euro angewachsen ist. Im Vergleich zum Jahresende 2025, als dieser Wert noch bei 358,7 Millionen Euro lag, bedeutet dies eine deutliche Steigerung. Das Management betont, dass dieses Auftragsvolumen eine hohe Planungssicherheit für die Jahre 2026 und 2027 bietet.
Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang ein Großauftrag, den die Gabler Group im Juli von einer asiatischen Marine erhalten hat. Der Auftrag im Wert von rund 17 Millionen Euro umfasst die Lieferung einer neuen Generation sicherheitskritischer Komponenten für Auftriebsregelungssysteme.
Medienberichten zufolge unterstreicht dieser Erfolg die Rolle des Unternehmens als Technologiepartner über den europäischen Raum hinaus. Das Unternehmen ordnet den strukturellen Wandel im Unterwassermarkt zudem als Bestätigung seiner langfristigen Strategie ein.
Operative Entwicklung und Mittelfristziele
Die am Dienstag veröffentlichten Zahlen für das erste Halbjahr 2026 belegen den aktuellen Wachstumskurs. Mit einem Umsatz von 27,3 Millionen Euro übertraf die Gabler Group ihr eigenes Ziel für diesen Zeitraum von 24 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 6,8 Millionen Euro, was einer operativen Marge von 21,3 Prozent entspricht. Der Auftragseingang in den ersten sechs Monaten summierte sich auf 51,9 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr 2026 hält das Management an seiner bisherigen Prognose fest. Erwartet wird ein Netto-Umsatz in einer Spanne zwischen 69 und 71 Millionen Euro sowie ein bereinigtes EBIT von 17 bis 19 Millionen Euro.
Die Erreichung dieser Ziele gilt als Voraussetzung für die nächste Wachstumsstufe, in der das Unternehmen die Umsatzmarke von 100 Millionen Euro durch organisches Wachstum und die nun konkretisierten Zukäufe dauerhaft überschreiten will.
Anleger achten nun verstärkt darauf, ob die angekündigten Verhandlungen über Technologiefirmen im vierten Quartal tatsächlich zu einem erfolgreichen Abschluss führen.
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