Nach dem brutalsten Kurseinbruch seit Jahren zeigt die Fujikura-Aktie wieder Lebenszeichen. Am Mittwoch legte das Papier des japanischen Glasfaserspezialisten um mehr als elf Prozent zu — ein deutliches Signal, dass zumindest ein Teil der Anleger die Korrektur als übertrieben bewertet.
Absturz und Gegenbewegung
Der Rückblick erklärt die Dimension der aktuellen Bewegung. Vom Allzeithoch bei 7.933 Yen Mitte Mai stürzte die Aktie innerhalb von nur sechs Handelstagen auf 4.156 Yen — ein Verlust von fast der Hälfte des Börsenwerts. Seitdem läuft eine ungleichmäßige Erholung, die nun bei rund 5.088 Yen steht.
In Euro gerechnet spiegelt sich das Drama noch deutlicher: Mit aktuell 27,20 Euro notiert das Papier rund 83 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 157 Euro, das erst im März markiert wurde. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus auf fast 72 Prozent.
Dividende und Hauptversammlung als Kurstreiber
Hinter der Erholungsbewegung steckt mehr als technische Gegenbewegung. Am 26. Juni findet die ordentliche Hauptversammlung statt — und kurz danach, am 29. Juni, fließt eine Dividende von 225 Yen je Aktie. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr, als 100 Yen ausgeschüttet wurden. Für das laufende Geschäftsjahr ist eine Zwischendividende von 19 Yen im September vorgesehen, flankiert von einem milliardenschweren Kapitalrückgabeprogramm über 220 Milliarden Yen.
Auf der Hauptversammlung stehen zwei strukturelle Weichenstellungen zur Abstimmung. Erstens wechselt Fujikura den Abschlussprüfer: Nach mehr als sechs Jahrzehnten endet die Zusammenarbeit mit PricewaterhouseCoopers Japan, künftig soll Deloitte Touche Tohmatsu prüfen. Das Audit-Komitee begründet den Wechsel mit globaler Aufstellung und frischer Perspektive — PwC selbst erhob keine Einwände, und die Berichte der vergangenen drei Jahre enthielten keinerlei Einschränkungen.
Zweitens reformiert das Unternehmen die Vorstandsvergütung. Ein neues Restricted-Stock-Programm koppelt einen Teil der Bezüge an den Aktienkurs und die langfristige Unternehmensentwicklung. Der jährliche Deckel liegt bei 500 Millionen Yen und bis zu 212.000 Aktien.
Starke Zahlen, schwache Erwartungen
Der Kurseinbruch im Mai hatte keine fundamentale Ursache im Rücken. Im abgelaufenen Geschäftsjahr bis März 2026 kletterte der Umsatz um 20,7 Prozent auf 1,182 Billionen Yen, das operative Ergebnis stieg um 39,2 Prozent auf 188,7 Milliarden Yen, und der Nettogewinn legte um 72,5 Prozent auf 157,2 Milliarden Yen zu.
Was Anleger enttäuschte, war der Ausblick. Für das laufende Jahr erwartet Fujikura nur noch 5,1 Prozent Umsatzwachstum und einen leichten Rückgang beim Nettogewinn auf 156 Milliarden Yen. Nach dem steilen Anstieg der Vorjahre reichte diese Verlangsamung, um eine massive Neubewertung auszulösen.
KI-Infrastruktur als Wachstumswette
Das strategische Fundament bleibt intakt. Fujikura baut für bis zu 40 Milliarden Yen ein neues Werk, um die Nachfrage nach Glasfaserkabeln für KI-Rechenzentren zu bedienen — insbesondere in den USA. Der Investitionsplan für 2027 bis 2029 sieht 530 Milliarden Yen vor, davon 260 Milliarden gezielt für Japan und die USA.
Neun Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, keiner rät zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 5.734 Yen — rund 13 Prozent über dem aktuellen Niveau. Das nächste konkrete Datenpunkt kommt im August, wenn Fujikura den Quartalsbericht vorlegt.
Fujikura-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Fujikura-Analyse vom 3. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Fujikura-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Fujikura-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Fujikura: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
