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FTSE 100: EZB-Zins, Nahost-Risiko

Der Londoner Leitindex FTSE 100 schließt trotz EZB-Zinserhöhung und Eskalation im Nahen Osten im Plus. Banken und Rohstoffwerte treiben den Markt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • FTSE 100 steigt um 0,48 Prozent
  • EZB erhöht Einlagenzins auf 2,25 Prozent
  • Banken und Minenwerte als Kurstreiber
  • Halma bricht nach Prognose ein

Der Londoner Aktienmarkt schließt heute mit einem soliden Plus — und das trotz eines unruhigen Umfelds aus Zinsentscheid und eskalierender Lage im Nahen Osten. Der FTSE 100 legte um 0,48 Prozent auf 10.303,88 Punkte zu.

EZB hebt erstmals seit fast drei Jahren an

Den Ton des Tages setzte die Europäische Zentralbank: Wie von Ökonomen erwartet, erhöhte sie den Einlagenzins um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent — die erste Anhebung seit fast drei Jahren. Anlass ist der Inflationsdruck, den der Iran-Krieg durch steigende Energiepreise ausgelöst hat. Die EZB rechnet nun für 2026 mit einer Inflation von durchschnittlich 3,0 Prozent. Einige Analysten, darunter Ökonomen der Commerzbank, erwarten bereits einen weiteren Zinsschritt im September.

Unmittelbar nach dem Entscheid gerieten die Märkte kurz unter Druck — erholen konnten sie sich durch den Rückenwind der Nasdaq, die am Nachmittag deutlich zulegte.

Banken und Rohstoffe voran, Halma bricht ein

Auf Einzeltitelebene lieferten Finanzwerte und Rohstoffkonzerne den stärksten Antrieb. Standard Chartered stieg um rund 3,5 Prozent, Banken wie HSBC und Barclays folgten mit moderateren Gewinnen. Bei den Minern legten Anglo American, Rio Tinto und Fresnillo spürbar zu — Rohstoffwerte profitierten vom geopolitisch angespannten Umfeld, das Energie- und Metallpreise stützt.

Weniger erfreulich: Halma verlor mehr als 15 Prozent, nachdem der Hersteller von Sicherheitstechnologie eine enttäuschende Prognose vorgelegt hatte. The Sage Group und ICG gaben ebenfalls nach, während mehrere Immobilien- und Technologietitel zwischen zwei und gut drei Prozent verloren.

Dass der Iran heute die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr sperrte und Vergeltung ankündigte, verhinderte keinen positiven Handelstag in London. Kein Wunder, dass Anleger die Lage genau im Blick behalten — für den FTSE 100, mit seinen vielen Energie- und Rohstoffschwergewichten, bleibt die geopolitische Entwicklung der entscheidende Kurstreiber der kommenden Wochen.

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Diskussion zu FTSE 100

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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