Fast die Hälfte des Kurswerts ist in zwölf Monaten verschwunden. Die Aktie von FS KKR Capital notiert rund 49 Prozent unter ihrem Stand vor einem Jahr — und ein Paket aus Notmaßnahmen, Kreditkürzungen und Sammelklagen macht deutlich, warum.
Ein Rettungspaket in vier Teilen
KKR hat ein umfassendes Stabilisierungspaket geschnürt. Es besteht aus vier Bausteinen: einer Wandelanleihe über 150 Millionen Dollar durch eine KKR-Tochter, einem laufenden Kaufangebot für Aktien im gleichen Volumen zu einem Festpreis von 11,00 Dollar je Aktie, einem Aktienrückkaufprogramm über 300 Millionen Dollar sowie einem Verzicht auf 50 Prozent der erfolgsabhängigen Gebühren für vier Quartale.
Das Kaufangebot läuft voraussichtlich bis zum 9. Juni 2026. KKR verzichtet dabei auf seinen Anteil an der Erfolgsvergütung vollständig — das entspricht der Hälfte der Gesamtgebühr. Aktionäre, die ihre Anteile einreichen, sollten beachten: Wer vor dem Stichtag 17. Juni 2026 andient, erhält die Q2-Dividende von 0,42 Dollar je Aktie möglicherweise nicht.
Kreditkrise treibt die Maßnahmen
Der Auslöser ist eindeutig. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete FS KKR Capital Verluste von rund 560 Millionen Dollar. Der Anteil notleidender Kredite kletterte auf 8,1 Prozent.
Das JPMorgan-geführte Bankenkonsortium reagierte und kürzte die Kreditlinie um 648 Millionen Dollar auf 4,05 Milliarden Dollar. Außerdem stiegen die Zinsen auf die verbleibende Fazilität. Das Eigenkapital-Minimum wurde von 5,05 auf 3,75 Milliarden Dollar gesenkt — das schafft kurzfristig Spielraum, signalisiert aber auch den Ernst der Lage.
Die Verschuldungsquote lag zum 31. März 2026 bei 131 Prozent des Eigenkapitals, nach 122 Prozent Ende 2024. Moody’s stufte die Bonität im März auf Ramschniveau herab.
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Sammelklagen erhöhen den Druck
Parallel läuft juristische Gegenwehr. Am 4. Mai 2026 reichte ein Aktionär beim Bundesgericht in Pennsylvania eine Sammelklage ein. Der Vorwurf: FS KKR Capital habe zwischen Mai 2024 und Februar 2026 irreführende Angaben zu Portfoliobewertungen und der Ausschüttungspolitik gemacht.
Die Klage stützt sich auf eine auffällige Diskrepanz. Der Anteil notleidender Kredite soll von 5,5 Prozent im Dezember 2023 auf nur 1,7 Prozent im September 2024 gesunken sein. Die Kläger argumentieren, das Management habe dabei Probleme in älteren Portfoliopositionen verschleiert. Das Unternehmen will die Klage entschieden abwehren.
Potenzielle Kläger haben bis zum 6. Juli 2026 Zeit, sich als Hauptkläger zu melden.
Private Credit unter Beobachtung
FS KKR Capital ist zum Symbol einer breiteren Debatte geworden. Der Kurs liegt aktuell bei 9,41 Euro — tief im Discount zum Nettoinventarwert. DoubleLine-Chef Jeffrey Gundlach warnte bereits, der private Kreditmarkt könnte die nächste Finanzkrise auslösen, und zog Parallelen zum Hypothekenmarkt vor 2008. Die Branche widerspricht: Verluste seien auf viele Investoren verteilt, nicht im Bankensystem konzentriert.
Ob das Stabilisierungspaket greift, wird sich bis Ende des dritten Quartals 2026 zeigen — dann laufen sowohl das Kaufangebot als auch die ersten Gebührenverzichte aus, und der Portfolioabbau muss messbare Fortschritte zeigen.
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