Fresenius holt sich die volle Kontrolle über seine Biosimilars-Plattform. Der Konzern übernimmt die restlichen 45 Prozent an mAbxience und zahlt dafür bis zu 750 Millionen Euro. Verkäufer sind Insud Pharma und Invim Corporativo.
Der Vertrag wurde am 30. September 2026 unterzeichnet und gleich vollzogen. Behördliche Genehmigungen waren nicht nötig. Von der Summe stehen 50 Millionen Euro unter einer Bedingung: Sie fließen nur, wenn bestimmte Produktionsstätten eine Zulassung erhalten.
Vom Mehrheitseinstieg zur Komplettübernahme
Fresenius war im August 2022 mit 55 Prozent bei mAbxience eingestiegen. Seitdem führte der Konzern das Unternehmen als voll konsolidierte Tochter. Nun bündelt er die Biosimilars-Plattform vollständig im Biopharma-Geschäft von Fresenius Kabi. Sie deckt laut Fresenius die gesamte Wertschöpfungskette ab, von der Entwicklung bis zur Vermarktung.
mAbxience entwickelt und produziert biosimilare monoklonale Antikörper und bietet Partnern Auftragsentwicklung und -herstellung an. Drei Produktionsstätten in Spanien und Lateinamerika gehören dazu, mehr als 1.300 Menschen arbeiten dort. Der Umsatz lag 2025 bei über 320 Millionen Euro.
Warum der Markt lockt
Biosimilars sind biotechnologisch hergestellte Nachahmer von Biologika, deren Patentschutz abgelaufen ist. Fresenius verweist darauf, dass für zahlreiche biologische Arzneimittel künftig der Schutz endet. Der Konzern erwartet, dass sich der Markt bis 2035 auf mehr als 180 Milliarden Euro versechsfacht. Hinzu kommt der Kostendruck in den Gesundheitssystemen, der günstige Alternativen begünstigt.
Konzernchef Michael Sen sprach vom nächsten Meilenstein beim Aufbau eines führenden, vertikal integrierten Biopharma-Geschäfts von relevanter Größe. Als Fresenius vor vier Jahren einstieg, habe sich der Biosimilars-Markt noch in einer frühen Phase befunden. Seitdem habe er sich dynamisch entwickelt.
Aktie reagiert verhalten
An der Börse blieb der Effekt überschaubar. Vorbörslich legte die Aktie zunächst leicht zu, im Xetra-Handel gab sie zeitweise um 0,74 Prozent auf 44,42 Euro nach. Binnen sieben Tagen summiert sich das Minus auf rund 4 Prozent. Die Analystenziele liegen eng beieinander, zwischen 55 und 57 Euro.
Der Zukauf ist damit vor allem strategisch bedeutsam. Ob die 50 Millionen Euro Zusatzzahlung fällig werden, hängt an den Zulassungen der mAbxience-Werke.
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