Der Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius treibt seine strategische Neuausrichtung voran und setzt verstärkt auf junge Technologien. Gestern gab das Unternehmen die Gründung von „Fresenius Ventures“ bekannt. Dabei handelt es sich um einen Corporate-Venture-Capital-Fonds, der gezielt Innovationen in den Bereichen Biopharma, Medizintechnik und digitale Gesundheitslösungen fördern soll.
Strategische Investitionen in digitale Gesundheit
Für den neuen Fonds ist über die kommenden fünf Jahre ein Investitionsvolumen von mindestens 200 Millionen Euro vorgesehen. Ziel ist es, den Zugang zu zukunftsweisenden Technologien zu sichern, die das Kerngeschäft des Konzerns ergänzen können. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf klassischen pharmazeutischen Ansätzen, sondern explizit auch auf der Digitalisierung des Gesundheitswesens.
Parallel dazu treibt auch die Tochtergesellschaft Fresenius Medical Care (FMC) ihre digitale Agenda voran. Am Montag stellte das Unternehmen die Plattform „TherapyWise“ vor. Diese digitale Analyse-Lösung soll dabei helfen, die Nierenersatztherapie für Patienten zu optimieren und klinische Abläufe effizienter zu gestalten. Solche digitalen Werkzeuge gelten in der Branche als wichtiger Hebel, um die Behandlungsergebnisse zu verbessern und gleichzeitig den Kostendruck im Gesundheitssektor abzufedern.
Analysten zeigen sich vor Quartalszahlen optimistisch
Die Analystenzunft blickt derzeit mit Zuversicht auf die anstehende Berichterstattung zum zweiten Quartal. Am Mittwoch bekräftigte David Adlington von JPMorgan seine Einstufung für das Papier mit „Overweight“ und einem Kursziel von 56,60 Euro. Er verwies dabei auf einen optimistischen Grundton, den das Management in Gesprächen vor Beginn der sogenannten Quiet Period angeschlagen habe.
Bereits am Dienstag hatte James Vane-Tempest vom Analysehaus Jefferies seine Kaufempfehlung („Buy“) mit einem Ziel von 55,00 Euro bestätigt. Er sieht insbesondere durch Profitabilitätssteigerungen in der Sparte Kabi sowie durch regulatorische Klarheit für den Klinikbetreiber Helios weiteres Aufwärtspotenzial für die Aktie. Medienberichten zufolge stützen diese positiven Expertenkommentare den jüngsten Aufwärtstrend des Wertpapiers, nachdem die erste Jahreshälfte von Volatilität geprägt war.
Stabile Finanzierung und bestätigte Jahresziele
Auch an der Finanzierungsfront schuf Fresenius zuletzt klare Verhältnisse. Am 8. Juli schloss der Konzern die Emission einer Dual-Tranche-Anleihe über insgesamt eine Milliarde Euro ab. Die erste Tranche über 500 Millionen Euro hat eine Laufzeit bis 2031 und ist mit einem Kupon von 3,375 Prozent ausgestattet. Die zweite Tranche über ebenfalls 500 Millionen Euro läuft bis 2034 bei einer Verzinsung von 3,750 Prozent. Diese Mittelaufnahme dient der langfristigen Absicherung der Kapitalstruktur.
An der Börse wird die operative Entwicklung derzeit positiv gewürdigt. Die Aktie notiert heute bei 43,62 Euro, was einem Zuwachs von 1,82 Prozent entspricht. Trotz dieser jüngsten Kursgewinne liegt der Wert seit Jahresbeginn noch mit 10,80 Prozent im Minus, was den Spielraum für weitere Aufholbewegungen verdeutlicht.
Anleger richten ihren Blick nun auf den August. Die Tochter Fresenius Medical Care wird ihre Ergebnisse für das zweite Quartal am 4. August vorlegen, gefolgt vom Fresenius-Mutterkonzern am 5. August. Im Vorfeld dieser Termine bekräftigte die Konzernführung bereits ihre Prognose für das Gesamtjahr 2026. Erwartet wird weiterhin ein organisches Umsatzwachstum zwischen 4 und 7 Prozent sowie ein währungsbereinigtes Wachstum des Kern-Ergebnisses je Aktie von 5 bis 10 Prozent.
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